Barf

Was bei Rohen Fisch zum Füttern geeignet

Bei der Rohfütterung geht es in vielen Punkten um die Abwechslung der Futterbestandteile. Verschiedene Fleischsorten wählen, unterschiedliche Zusätze nutzen, nicht immer dasselbe Gemüse / Obst füttern.

Warum?

Weil jeder Nahrungsbestandteil etwas unterschiedliche Nährstoffe liefert. Beim Muskelfleisch unterscheidet sich der Gehalt an einzelnen Vitaminen oder Mineralstoffen zwar nicht eklatant, aber Abweichungen sind durchaus erkennbar.

Bei Innereien sind die Unterschiede oft noch deutlicher, auch bei derselben Innerei von unterschiedlichen Tierarten. Rinderleber bspw. enthält deutlich mehr Vitamin A als Hühnerleber.

Mit Fisch ist es nicht anders. Auch hier haben unterschiedliche Fischsorten z.T. einen deutlich unterschiedlichen Gehalt an Fett oder an Vitaminen. Das sind eigentlich auch die beiden Faktoren, die bei der Verfütterung von Fisch die Hauptrolle spielen.

Nährstoffe im Fisch

Viele BARFer füttern regelmäßig Fisch, meistens 1 x pro Woche. Welche Fischarten dabei in den Napf kommen, ist dabei ganz verschieden. Einige Fischarten besitzen einen natürlich hohen Anteil an Vitamin D - und da liegt es nahe, sie auch als Vitamin D-Quelle in der Fütterung zu nutzen. Vor allem, da es ansonsten wenig Alternativen gibt, wenn es nur um das Vitamin D geht. Allenfalls Lebertran und Lammherz liefern noch brauchbare Mengen.

Es gibt einige fischige Spitzenreiter in Sachen Vitamin D:

Regenbogen-Forelle

Wildlachs

Hering

Sprotten

Sardine

Beim Lachs hängt der Vitamin D - Gehalt auch davon ab, ob es sich um Lachs aus Züchtung oder aus Wildfang handelt - beim wild gefangenen Lachs liegt er etwas höher.

Wild gefangener Lachs enthält darüber hinaus auch einen höheren Anteil natürlicher Carotinoide, in diesem Fall natürliches Astaxanthin, verantwortlich für die rötliche Farbe des Laches.

Astaxanthin gehört zu den stärksten Antioxidantien, die die Natur so zu bieten hat und kommt vor allem in Krustentieren vor.

Beim BARFen ist es meistens bekannt in Zusammenhang mit Krillöl, das besonders viel Astaxanthin enthält.

Lachse nehmen das Astaxanthin über ihre Nahrung auf, eben mit jenen kleinen Krustentieren. Bei Lachsen in Aquakultur muss man allerdings etwas nachhelfen, denn dort besteht das Futter aus Fischmehl. Und da das nun einmal ziemlich gräulich ist, bliebe auch der Lachs gräulich. Damit sich also das typische Lachsrot zeigt, wird dem Fischfutter synthetisches Astaxanthin zugesetzt (E 161).

Der Lachszüchter kann sogar anhand einer Farbpalette mit 15 verschiedenen Lachsrosa-Varianten wählen, welchen Farbton er für seine Fische bevorzugt. Je intensiver die Farbe sein soll, desto mehr Farbpigmente werden dem Futter beigemischt.

Fisch als Omega-3-Lieferant

Wenn man von Vitamin D absieht, sind die auch für Hunde und Katzen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA ein wesentliches Argument dafür, Fisch zu füttern.

Während man beim Hund noch auf pflanzliche Öle zurückgreifen kann, weil die Umwandlung von alpha-Linolensäure in EPA / DHA (mit Umwandlungsverlusten) möglich ist, sieht es bei Katzen relativ düster aus, was Alternativen angeht.

Der DHA und EPA-Anteil im Fleisch und in Innereien ist leider meistens nicht irrsinnig hoch, bedeutet: ohne zusätzliche Fisch- oder Fischöl - Fütterung wäre der Bedarf nicht ausreichend gedeckt.

Je fetter der Fisch, um so mehr Omega-3-Fettsäuren sind enthalten. Das Fleisch der in kaltem Gewässern lebenden fetten Seefische weist einen besonders hohen Anteil an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren auf, bedingt durch deren Ernährung.

Denn das Plankton und die Algen, die auf ihrem Speiseplan stehen, haben Omega-3- Fettsäuren als Überlebenstrategie eingebaut - es hält ihre Zellwände auch bei kalten Temperaturen flexibel.

Fischsorte (100 g)

EPA (g)

DHA (g)

Thunfisch

1,4

1,2

Hering

0,7

1,2

Lachs

0,7

1,9

Markrele

0,6

1,1

Sardine

0,6

0,8

Quelle: Arbeitskreis Omega-3 e.V., Souci - Fachmann - Kraut (2008): Die Zusammensetzung der Lebensmittel - Nährwert-Tabellen

Auch wenn einmal pro Woche Fisch gefüttert wird, sollte an anderen Tagen ggffls nach Bedarf zusätzlich noch Fischöl ergänzt werden!

fish_klein

Welche Fischsorten füttern?

Auch wenn der Reichtum an Omega-3-Fettsäuren für fetten Seefisch spricht: Prinzipiell kannst Du so gut wie jeden Speisefisch füttern.

Das hochwertige, gut verdauliche Protein macht auch magere Fischsorten interessant, wenn eher fettarm gefüttert werden muss oder soll.

Fette Seefische weisen oft einen etwas höheren Vitamin-Gehalt auf und enthalten mehr Jod.

Das bedeutet aber nicht, dass sich in den fettärmeren Sorten nichts findet, was Hund und Katze verwerten können. Denn da ist beispielsweise ebenfalls Vitamin E zu nennen, genauso wie Cobalamin (Vitamin B12), Eisen und Zink.

Zwei Punkte solltest Du bei der Fischauswahl unter Umständen mit berücksichtigen:

Thiaminase

Schwermetallbelastung

Thiaminase

Einige Fischarten sind reich an Thiaminase. Was nach einer seltenen Vitamin-Unterart klingt, ist ein Enzym, das Vitamin B1 (Thiamin) zerstört.

Vor allem Karpfen sticht durch einen hohen Thiaminase-Gehalt hervor, aber auch beliebte Fischarten wie Hering, Wels, Brassen, Zander oder Gelbflossen-Thunfisch sind Thiaminase-haltig. Wenn auch in unterschiedlichen hohen Mengen.

Und nun? Diese Fischarten nicht füttern?

Dazu muss man wissen, dass Thiaminase nur in rohem Fisch aktiv ist, und bei Erhitzung zerstört wird.

Wenn Du also in puncto Thiaminase auf Nummer Sicher gehen willst, meidest Du entweder die Thiaminase-haltigen Fischsorten oder aber Du garst den Fisch vor der Fütterung. Einfrieren nutzt in Sachen Thiaminase übrigens nichts, weil es kältestabil ist.

Wenn man es aber realistisch betrachtet: Vitamin B1 ist im Fleisch enthalten, es findet sich in grösseren Mengen in Leber, aber auch in Herz und Niere.

Diese Bestandteile sollten einen deutlich höheren Anteil in der Fütterung aufweisen als Fisch. Oder anders formuliert: Normalerweise fällt Fisch, selbst wenn er Thiaminase enthält und roh gefüttert wird, mengenmäßig nicht so ins Gewicht, dass Thiaminase ein Problem ist.

Bei Katzen verwendet man Fisch meistens entweder, um den Vitamin D -Bedarf auf natürlich Weise zu decken, und da sind die bevorzugten Fischsorten Lachs und Regenbogenforelle ohnehin Thiaminase-frei.

Oder Du wählst Plan B: In der nächsten Mahlzeit Vitamin B1 zusätzlich füttern, z.B. in Form von Bierhefe, oder einem Vitamin B-Komplex. Alternativ ein klein wenig mehr Leber als sonst.

Anders sieht es natürlich aus, wenn sehr häufig oder überwiegend Thiaminase-haltiger Fisch roh gefüttert wird. Bei Ausschlußdiäten (Ja, alles schon erlebt) beispielsweise. Dann kann es langfristig tatsächlich zu einem Vitamin B1-Mangel kommen.

Thiaminase-freie Fische auf einen Blick:

Lachs

Seelachs

Forelle

Rotbarsch

Markrele

Dorsch / Kabeljau

Doraden

Flussbarsch

Aal

Schwermetallbelastung

Fast alle Fischarten neigen mehr oder weniger dazu, Umweltgifte wie Dioxin und Schwermetalle in ihrem Körper zu speichern.

Abhängig natürlich auch von der Lebensdauer. Fischarten, die in höherem Alter gefangen werden, wie etwa Thun- oder Schwertfische, sind davon besonders betroffen.

Einige Fischbestände sind überfischt, in Bezug auf diese Problematik schadet es nicht, sich schlau zu machen.

Wovon Du in jedem Fall Abstand nehmen solltest, sind Fische, die in großen Aquakulturen gezüchtet werden.

Wie etwa Pangasius. Durch die riesigen Fischbestände auf kleinem Raum entstehen dort dieselben Probleme, wie generell in der Intensivtierhaltung: Unter anderem der massive präventive Einsatz von Antibiotika und Antiparasitika, sowie eine hohe Umweltbelastung durch Exkremente.

Welche Mengen und wie füttern?

Einmal pro Woche eine fleischige Mahlzeit im Speiseplan durch Fisch zu ersetzen, sorgt also für Abwechslung und kann problemlos in jeden Futterplan eingebaut werden. Vorausgesetzt natürlich: Fisch wird gefressen und vertragen.

Geht es Dir in erster Linie um die Vitamin-D-Versorgung bei Deiner Katze, dann hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder Du mischst den benötigten Anteil Fisch mit zum Fleisch, wenn Du eine grössere Menge auf einmal zubereitest. Oder aber Du fütterst ebenfalls einmal pro Woche eine kleine Portion.

Bei Katzen ist es einfacher, nur das Filet zu füttern, oder ganze Fische zumindest in halbwegs katzengerechte Portionen zu schneiden. Sonst wird das Ganze nämlich gerne mal entweder ignoriert oder aber durch die Wohnung gekickert / getragen / gespielt. Meine Begeisterung hält sich nämlich eher so in Grenzen, wenn aus dem Teppich dann ein zarter Fischgeruch aufsteigt. 😉

Bei Hunden spricht nichts gegen die Verfütterung ganzer Fische. Im Gegenteil.

Na klar gibt es auch da Hunde, denen ganze Fische etwas suspekt sind (Hilfe, mein Napf guckt mich an!). In so einmal Fall kannst Du erst einmal mit Filet oder Mini-Fischen starten. Je nach Fischgrösse wird der Kopf liegen gelassen oder nur beknabbert, das ist normal.

Mehr als 1 x pro Woche sollte Fisch nicht auf dem Plan stehen, wegen der angesprochenen Schwermetall-Belastung. Bei Katzen kommt noch der mögliche Jodgehalt hinzu, denn Katzen neigen eher zur Schilddrüsenüberfunktion als zur Schilddrüsenunterfunktion.

Roh oder gekocht? Und was ist mit Gräten?

Ob roh oder gekocht, ist letztlich Ansichtssache. Oder je nach Vorlieben Deines Tiers auch Geschmackssache.

Was die Gräten angeht: Die sind in rohem Zustand relativ elastisch, werden sie zusammen mit ausreichend Fisch gefüttert (das ist z.B. etwas, was für ganze Fische spricht), ist das Risiko eines "Gräten-Unfalls" sehr gering.

Bei gekochten und / oder Filets mit Gräten von sehr großen Fischen, die nicht vollständig im Fisch eingepackt sind, sollte man etwas umsichtiger sein. Vor allem, wenn das Ganze in einem kleinen Hund oder einer Katze landen soll, in diesem Fall sortiert man die sehr großen, stabilen Gräten vorsichtshalber aus.

Feine Gräten hingegen - gar kein Problem.

Parasiten durch rohen Fisch?

In Süßwasserfischen bzw. Fischen aus stehenden Gewässern können Fischbandwürmer enthalten sein, die Hunde und Katzen als Wirt nutzen. Fischbandwürmer können also bei der Verfütterung von rohem Süßwasser-Fisch dem Prinzip nach auf Hunde und Katzen übertragen werden. Es gibt allerdings einen sehr einfachen Weg, dieses Risiko zu minimieren: Einfrieren.

Eine Woche im Gefrierfach bei -18° C wird als ausreichend angesehen, um Bandwurm-Finnen abzutöten.

Rickettsien werden ebenfalls öfter mal mit rohem Fisch in Verbindung gebracht. Genauer mit Salmonidae, lachsartigen Fischen. Rickettsien sind Bakterien, die z.B. die canine Ehrlichiose auslösen können. Dabei scheinen vor allem die Lachs-Bestände des Pazifiks immer noch eine hohe Infektionsrate aufzuweisen.

Auch hier hilft Einfrieren, allerdings länger: 3 Wochen bei -18 Grad C werden allgemein empfohlen, bei tieferen Temperaturen auch kürzere Zeiträume (z.B. Schockfrostung bei -30° C). Auch kochen macht Rickettsien den Garaus.

Fazit

Also auch beim Fisch gilt: Die Menge machts , genauso wie Abwechslung und Qualität. Dann ist Fisch eine sehr gute Ergänzung der Rohfütterung, der meistens gerne gefressen wird.Bei der Rohfütterung geht es in vielen Punkten um die Abwechslung der Futterbestandteile. Verschiedene Fleischsorten wählen, unterschiedliche Zusätze nutzen, nicht immer dasselbe Gemüse / Obst füttern.

Warum?

Weil jeder Nahrungsbestandteil etwas unterschiedliche Nährstoffe liefert. Beim Muskelfleisch unterscheidet sich der Gehalt an einzelnen Vitaminen oder Mineralstoffen zwar nicht eklatant, aber Abweichungen sind durchaus erkennbar.

Bei Innereien sind die Unterschiede oft noch deutlicher, auch bei derselben Innerei von unterschiedlichen Tierarten. Rinderleber bspw. enthält deutlich mehr Vitamin A als Hühnerleber.

Mit Fisch ist es nicht anders. Auch hier haben unterschiedliche Fischsorten z.T. einen deutlich unterschiedlichen Gehalt an Fett oder an Vitaminen. Das sind eigentlich auch die beiden Faktoren, die bei der Verfütterung von Fisch die Hauptrolle spielen.

Nährstoffe im Fisch

Viele BARFer füttern regelmäßig Fisch, meistens 1 x pro Woche. Welche Fischarten dabei in den Napf kommen, ist dabei ganz verschieden. Einige Fischarten besitzen einen natürlich hohen Anteil an Vitamin D - und da liegt es nahe, sie auch als Vitamin D-Quelle in der Fütterung zu nutzen. Vor allem, da es ansonsten wenig Alternativen gibt, wenn es nur um das Vitamin D geht. Allenfalls Lebertran und Lammherz liefern noch brauchbare Mengen.

Es gibt einige fischige Spitzenreiter in Sachen Vitamin D:

Regenbogen-Forelle

Wildlachs

Hering

Sprotten

Sardine

Beim Lachs hängt der Vitamin D - Gehalt auch davon ab, ob es sich um Lachs aus Züchtung oder aus Wildfang handelt - beim wild gefangenen Lachs liegt er etwas höher.

Wild gefangener Lachs enthält darüber hinaus auch einen höheren Anteil natürlicher Carotinoide, in diesem Fall natürliches Astaxanthin, verantwortlich für die rötliche Farbe des Laches.

Astaxanthin gehört zu den stärksten Antioxidantien, die die Natur so zu bieten hat und kommt vor allem in Krustentieren vor.

Beim BARFen ist es meistens bekannt in Zusammenhang mit Krillöl, das besonders viel Astaxanthin enthält.

Lachse nehmen das Astaxanthin über ihre Nahrung auf, eben mit jenen kleinen Krustentieren. Bei Lachsen in Aquakultur muss man allerdings etwas nachhelfen, denn dort besteht das Futter aus Fischmehl. Und da das nun einmal ziemlich gräulich ist, bliebe auch der Lachs gräulich. Damit sich also das typische Lachsrot zeigt, wird dem Fischfutter synthetisches Astaxanthin zugesetzt (E 161).

Der Lachszüchter kann sogar anhand einer Farbpalette mit 15 verschiedenen Lachsrosa-Varianten wählen, welchen Farbton er für seine Fische bevorzugt. Je intensiver die Farbe sein soll, desto mehr Farbpigmente werden dem Futter beigemischt.

Fisch als Omega-3-Lieferant

Wenn man von Vitamin D absieht, sind die auch für Hunde und Katzen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA ein wesentliches Argument dafür, Fisch zu füttern.

Während man beim Hund noch auf pflanzliche Öle zurückgreifen kann, weil die Umwandlung von alpha-Linolensäure in EPA / DHA (mit Umwandlungsverlusten) möglich ist, sieht es bei Katzen relativ düster aus, was Alternativen angeht.

Der DHA und EPA-Anteil im Fleisch und in Innereien ist leider meistens nicht irrsinnig hoch, bedeutet: ohne zusätzliche Fisch- oder Fischöl - Fütterung wäre der Bedarf nicht ausreichend gedeckt.

Je fetter der Fisch, um so mehr Omega-3-Fettsäuren sind enthalten. Das Fleisch der in kaltem Gewässern lebenden fetten Seefische weist einen besonders hohen Anteil an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren auf, bedingt durch deren Ernährung.

Denn das Plankton und die Algen, die auf ihrem Speiseplan stehen, haben Omega-3- Fettsäuren als Überlebenstrategie eingebaut - es hält ihre Zellwände auch bei kalten Temperaturen flexibel.

Fischsorte (100 g)

EPA (g)

DHA (g)

Thunfisch

1,4

1,2

Hering

0,7

1,2

Lachs

0,7

1,9

Markrele

0,6

1,1

Sardine

0,6

0,8

Quelle: Arbeitskreis Omega-3 e.V., Souci - Fachmann - Kraut (2008): Die Zusammensetzung der Lebensmittel - Nährwert-Tabellen

Auch wenn einmal pro Woche Fisch gefüttert wird, sollte an anderen Tagen ggffls nach Bedarf zusätzlich noch Fischöl ergänzt werden!

fish_klein

Welche Fischsorten füttern?

Auch wenn der Reichtum an Omega-3-Fettsäuren für fetten Seefisch spricht: Prinzipiell kannst Du so gut wie jeden Speisefisch füttern.

Das hochwertige, gut verdauliche Protein macht auch magere Fischsorten interessant, wenn eher fettarm gefüttert werden muss oder soll.

Fette Seefische weisen oft einen etwas höheren Vitamin-Gehalt auf und enthalten mehr Jod.

Das bedeutet aber nicht, dass sich in den fettärmeren Sorten nichts findet, was Hund und Katze verwerten können. Denn da ist beispielsweise ebenfalls Vitamin E zu nennen, genauso wie Cobalamin (Vitamin B12), Eisen und Zink.

Zwei Punkte solltest Du bei der Fischauswahl unter Umständen mit berücksichtigen:

Thiaminase

Schwermetallbelastung

Thiaminase

Einige Fischarten sind reich an Thiaminase. Was nach einer seltenen Vitamin-Unterart klingt, ist ein Enzym, das Vitamin B1 (Thiamin) zerstört.

Vor allem Karpfen sticht durch einen hohen Thiaminase-Gehalt hervor, aber auch beliebte Fischarten wie Hering, Wels, Brassen, Zander oder Gelbflossen-Thunfisch sind Thiaminase-haltig. Wenn auch in unterschiedlichen hohen Mengen.

Und nun? Diese Fischarten nicht füttern?

Dazu muss man wissen, dass Thiaminase nur in rohem Fisch aktiv ist, und bei Erhitzung zerstört wird.

Wenn Du also in puncto Thiaminase auf Nummer Sicher gehen willst, meidest Du entweder die Thiaminase-haltigen Fischsorten oder aber Du garst den Fisch vor der Fütterung. Einfrieren nutzt in Sachen Thiaminase übrigens nichts, weil es kältestabil ist.

Wenn man es aber realistisch betrachtet: Vitamin B1 ist im Fleisch enthalten, es findet sich in grösseren Mengen in Leber, aber auch in Herz und Niere.

Diese Bestandteile sollten einen deutlich höheren Anteil in der Fütterung aufweisen als Fisch. Oder anders formuliert: Normalerweise fällt Fisch, selbst wenn er Thiaminase enthält und roh gefüttert wird, mengenmäßig nicht so ins Gewicht, dass Thiaminase ein Problem ist.

Bei Katzen verwendet man Fisch meistens entweder, um den Vitamin D -Bedarf auf natürlich Weise zu decken, und da sind die bevorzugten Fischsorten Lachs und Regenbogenforelle ohnehin Thiaminase-frei.

Oder Du wählst Plan B: In der nächsten Mahlzeit Vitamin B1 zusätzlich füttern, z.B. in Form von Bierhefe, oder einem Vitamin B-Komplex. Alternativ ein klein wenig mehr Leber als sonst.

Anders sieht es natürlich aus, wenn sehr häufig oder überwiegend Thiaminase-haltiger Fisch roh gefüttert wird. Bei Ausschlußdiäten (Ja, alles schon erlebt) beispielsweise. Dann kann es langfristig tatsächlich zu einem Vitamin B1-Mangel kommen.

Thiaminase-freie Fische auf einen Blick:

Lachs

Seelachs

Forelle

Rotbarsch

Markrele

Dorsch / Kabeljau

Doraden

Flussbarsch

Aal

Schwermetallbelastung

Fast alle Fischarten neigen mehr oder weniger dazu, Umweltgifte wie Dioxin und Schwermetalle in ihrem Körper zu speichern.

Abhängig natürlich auch von der Lebensdauer. Fischarten, die in höherem Alter gefangen werden, wie etwa Thun- oder Schwertfische, sind davon besonders betroffen.

Einige Fischbestände sind überfischt, in Bezug auf diese Problematik schadet es nicht, sich schlau zu machen.

Wovon Du in jedem Fall Abstand nehmen solltest, sind Fische, die in großen Aquakulturen gezüchtet werden.

Wie etwa Pangasius. Durch die riesigen Fischbestände auf kleinem Raum entstehen dort dieselben Probleme, wie generell in der Intensivtierhaltung: Unter anderem der massive präventive Einsatz von Antibiotika und Antiparasitika, sowie eine hohe Umweltbelastung durch Exkremente.

Welche Mengen und wie füttern?

Einmal pro Woche eine fleischige Mahlzeit im Speiseplan durch Fisch zu ersetzen, sorgt also für Abwechslung und kann problemlos in jeden Futterplan eingebaut werden. Vorausgesetzt natürlich: Fisch wird gefressen und vertragen.

Geht es Dir in erster Linie um die Vitamin-D-Versorgung bei Deiner Katze, dann hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder Du mischst den benötigten Anteil Fisch mit zum Fleisch, wenn Du eine grössere Menge auf einmal zubereitest. Oder aber Du fütterst ebenfalls einmal pro Woche eine kleine Portion.

Bei Katzen ist es einfacher, nur das Filet zu füttern, oder ganze Fische zumindest in halbwegs katzengerechte Portionen zu schneiden. Sonst wird das Ganze nämlich gerne mal entweder ignoriert oder aber durch die Wohnung gekickert / getragen / gespielt. Meine Begeisterung hält sich nämlich eher so in Grenzen, wenn aus dem Teppich dann ein zarter Fischgeruch aufsteigt. 😉

Bei Hunden spricht nichts gegen die Verfütterung ganzer Fische. Im Gegenteil.

Na klar gibt es auch da Hunde, denen ganze Fische etwas suspekt sind (Hilfe, mein Napf guckt mich an!). In so einmal Fall kannst Du erst einmal mit Filet oder Mini-Fischen starten. Je nach Fischgrösse wird der Kopf liegen gelassen oder nur beknabbert, das ist normal.

Mehr als 1 x pro Woche sollte Fisch nicht auf dem Plan stehen, wegen der angesprochenen Schwermetall-Belastung. Bei Katzen kommt noch der mögliche Jodgehalt hinzu, denn Katzen neigen eher zur Schilddrüsenüberfunktion als zur Schilddrüsenunterfunktion.

Roh oder gekocht? Und was ist mit Gräten?

Ob roh oder gekocht, ist letztlich Ansichtssache. Oder je nach Vorlieben Deines Tiers auch Geschmackssache.

Was die Gräten angeht: Die sind in rohem Zustand relativ elastisch, werden sie zusammen mit ausreichend Fisch gefüttert (das ist z.B. etwas, was für ganze Fische spricht), ist das Risiko eines "Gräten-Unfalls" sehr gering.

Bei gekochten und / oder Filets mit Gräten von sehr großen Fischen, die nicht vollständig im Fisch eingepackt sind, sollte man etwas umsichtiger sein. Vor allem, wenn das Ganze in einem kleinen Hund oder einer Katze landen soll, in diesem Fall sortiert man die sehr großen, stabilen Gräten vorsichtshalber aus.

Feine Gräten hingegen - gar kein Problem.

Parasiten durch rohen Fisch?

In Süßwasserfischen bzw. Fischen aus stehenden Gewässern können Fischbandwürmer enthalten sein, die Hunde und Katzen als Wirt nutzen. Fischbandwürmer können also bei der Verfütterung von rohem Süßwasser-Fisch dem Prinzip nach auf Hunde und Katzen übertragen werden. Es gibt allerdings einen sehr einfachen Weg, dieses Risiko zu minimieren: Einfrieren.

Eine Woche im Gefrierfach bei -18° C wird als ausreichend angesehen, um Bandwurm-Finnen abzutöten.

Rickettsien werden ebenfalls öfter mal mit rohem Fisch in Verbindung gebracht. Genauer mit Salmonidae, lachsartigen Fischen. Rickettsien sind Bakterien, die z.B. die canine Ehrlichiose auslösen können. Dabei scheinen vor allem die Lachs-Bestände des Pazifiks immer noch eine hohe Infektionsrate aufzuweisen.

Auch hier hilft Einfrieren, allerdings länger: 3 Wochen bei -18 Grad C werden allgemein empfohlen, bei tieferen Temperaturen auch kürzere Zeiträume (z.B. Schockfrostung bei -30° C). Auch kochen macht Rickettsien den Garaus.

Fazit

Also auch beim Fisch gilt: Die Menge machts , genauso wie Abwechslung und Qualität. Dann ist Fisch eine sehr gute Ergänzung der Rohfütterung, der meistens gerne gefressen wird.

Was ist Barfen?

Mit "Barf" wird eine in den USA ursprünglich für Hunde entwickelte Ernährungsstrategie bezeichnet, die sich an den Gewohnheiten wild lebender Verwandter orientiert.

Sie gilt zurzeit als die "artgerechte" Ernährung an sich, ist so neu aber auch wieder nicht, weil die Erfindung des Fertigfutters erst rund 30 Jahre zurückliegt. Worin liegt nun der Unterschied zum Selbstgemachten?

Der Unterschied zwischen beiden Methoden ist schnell erklärt: Selbstgemacht heißt in der Regel, dass Gekochtes (Fleisch etc.) angeboten wird, während beim Barfen wird ausschließlich Rohes gefüttert wird, beides jeweils angereichert mit Nährstoffen. Der in Vergessenheit geratene Mittelweg wäre, beides zu mischen oder abzuwechseln. In allen Fällen unterliegt die Zusammensetzung Ihrer eigenen Verantwortung. Wofür Sie sich entscheiden, bleibt natürlich Ihrem (und Miezes) Geschmack überlassen.

Viele Katzenbesitzer lehnen industriell hergestelltes Futter grundsätzlich ab, andere suchen nach Alternativen, weil ihre Katze allergisch darauf reagiert oder es einfach nicht fressen mag, und kochen selbst. Viele Jahre herrschte die Meinung vor, Rohes sei ungesund, weil es zahlreiche Gefahren berge. Das verunsicherte viele Katzenhalter. Doch mit dem neuen Trend des Barfens ist die Diskussion wieder aufgeflammt.

Rohfütterung / BARF

Das Kürzel "BARF" stand zunächst für "Born Again Raw Feeders", wurde dann in "Bones And Raw Foods" umgetauft und wird hierzulande als "Biologisches Artgerechtes Rohes Futter" bekannt gemacht. Die Industrie zieht langsam nach, sodass Sie in Fachgeschäften (auch via Internet) die Wahl haben zwischen gefrostetem Muskelfleisch oder Rinderherz über Kaninchen und Fisch bis hin zur "Hardcore"-Ware, nämlich tiefgefrorene Mäuse oder Eintagsküken.

Beikost & Mineralstoffe

In jedem Fall müssen dem Frischen bei Alleinfütterung z. B. ein Teil Reis und zwei Teile Gemüse (maximal ein Drittel der Gesamtmenge, siehe Grundrezept Selbstgemachtes) zugefügt werden, denn zur Aufrechterhaltung der Stoffwechselfunktionen fehlt ja der Darminhalt der "natürlichen Beute". Außerdem müssen Mineralstoffe und Vitamine zugesetzt werden; Art und Menge sind abhängig vom Wachstum, von der körperlichen Aktivität, der Körpermasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand der Katze.

Nährstoffbestandteile

Folgende Bestandteile muss die Nahrung einer Katze aufweisen:

Ballaststoffe (Gemüse) werden zwar unverdaut wieder ausgeschieden, sind aber unerlässlich für die Verdauung.

Kohlenhydrate (also Stärke, enthalten in Getreide, Reis Kartoffeln) in gekochtem Zustand. Katzen brauchen allerdings nur sehr wenig davon.

Tierisches Fett ist ein wichtiger Energielieferant und außerdem zur Verwertung fettlöslicher Vitamine notwendig. Eine Katze braucht zwischen sieben und zwölf Prozent Fett täglich. Pflanzenöle können den Bedarf an essenziellen Fettsäuren nicht decken und sollten nur in Kombination gegeben werden.

Tierisches Eiweiß (Proteine) ist unentbehrlich für die Bildung und Erhaltung der Körpersubstanz. Katzen benötigen vergleichsweise ungewöhnlich viel Eiweiß, das hochwertig sein und ausreichend essenzielle Aminosäuren enthalten muss (Muskelfleisch, Fisch, Innereien, Eier, Milch und Milchprodukte).

Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen. Vermeiden Sie ein Überangebot an fettlöslichen Vitaminen (A/D/E/K), weil es, in der Leber gespeichert, zu Vergiftungserscheinungen kommen kann. Wasserlösliche Vitamine hingegen (B-Komplex, C) werden mit den Harn ausgeschieden und müssen frisch zugesetzt werden, weil sie im Gegensatz zu den fettlöslichen auch nicht hitzebeständig sind. Vitamin C wird in Eigensynthese hergestellt und muss in der Regel nur bei kranken Tieren gegeben werden.

Mineralstoffe sind enorm wichtig für Knochen, Zähne, Muskeln und Blut.

Wesentlich ist dabei die Versorgung mit Calcium (Ca) und Kochsalz (NaCl - Bedarf ca. 1g/100g Futter). Außerdem muss auf ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium zu Phosphor (P) geachtet werden - ein Ca-P-Verhältnis von 0,9 : 1 gilt als optimal. Bei reiner Fleischfütterung verschiebt sich dieses Verhältnis zugunsten von Phosphor und muss ausgeglichen werden, um irreversible Skelettveränderungen zu vermeiden. Beispiel: 100 g mittelfettes Rindfleisch enthalten 12 mg Calcium und 208 mg Phosphor; das entspricht einem Verhältnis von 0,9 : 16,2.

Wer nun nicht ständig mit Waage und Rechenstift hantieren will, greift am besten auf bewährte Vitamin-Mineralstoff-Mischungen zurück. Auch der Tierarzt kann Sie beraten