Barfen Futter 2


Barf für die Katze: Nachteile der Rohfleischernährung

Die Ernährung nach dem Barf-Prinzip kann für Katzen durchaus auch Nachteile haben. Das Füttern von Rohfleisch und Knochen klingt zwar im ersten Augenblick sehr natürlich, doch nicht alle Samtpfoten sind für eine solche Ernährungsumstellung geschaffen. Daher sollten Sie sich bewusst sein, welche Risiken Barf für die Katze birgt.

Gefahr durch Krankheitserreger und Mangelerscheinungen

Einer der größten Nachteile der Barf-Ernährung für die Katze ist die Gefahr, die von Krankheitserregern in rohem Fleisch ausgeht. Während beim Kochen ein Großteil von Bakterien und Viren abgetötet wird, sind diese im Rohfleisch noch enthalten. Achten Sie daher auf gründliche Hygiene beim Zubereiten des Barf-Futters für Ihren Liebling. Ansonsten können Salmonellen zu schlimmen Durchfallerkrankungen führen. Auf keinen Fall dürfen Sie rohes Schweinefleisch füttern. Es enthält unter Umständen Erreger der Aujeszky-Krankheit, die bei Katzen immer tödlich verläuft.

Katzen brauchen außerdem mehr als nur Fleisch für eine gesunde Ernährung. Kohlenhydrate und Ballaststoffe müssen Sie zusätzlich verabreichen. Gleiches gilt für den Nährstoff Taurin, den jede Katze braucht, aber nicht in ausreichendem Umfang selbst bilden kann. Zwar enthält Rohfleisch Taurin, allerdings nicht in ausreichender Menge. Bekommt Ihr Stubentiger zu wenig Taurin, kann er erblinden oder Herzprobleme bekommen.

Knochen für die Katzenfütterung ungeeignet

Auch wenn es noch so natürlich scheint - einer Katze Knochen zu fressen zu geben, bringt fast ausschließlich Nachteile mit sich. Insbesondere die Knochen älterer Futtertiere splittern leicht und können im Magen- und Darmtrakt Verletzungen anrichten. Doch auch Knochen von jungen Tieren können sich negativ auf die Verdauung Ihrer Katze auswirken. Es kann zu Verstopfungen und folglich Beschädigungen des Darms kommen. Im schlimmsten Fall färbt sich der Kot Ihrer Katze weiß, wird sehr hart und trocken. Dies ist ein eindeutiges Zeichen, dass Sie zu viele Knochen gefüttert haben und einen Tierarzt aufsuchen sollten.

Katze barfen: Vorteile der Rohfleischernährung

Die Barf-Ernährung für Katzen basiert auf dem Prinzip, rohes Fleisch zu füttern - nach Vorbild der natürlichen Ernährungsgewohnheiten von Katzen in der freien Wildbahn. Anstelle der englischen Version "bones and raw food" hat sich im Deutschen die Bezeichnung "biologisch artgerechtes, rohes Futter" durchgesetzt. Diese Ernährung kann für Ihren Stubentiger durchaus Vorteile haben, wenn sie richtig angewandt wird.

Das Barf-Prinzip ist die natürlichste Art und Weise Ihre Katze zu ernähren. In der freien Wildbahn steht Ihrem Stubentiger schließlich auch kein Fertigfressen aus der Dose zur Verfügung. Der Magen und der Verdauungstrakt von Katzen sind darauf ausgelegt, Futtertiere zu verarbeiten. Diese natürlichen Ressourcen werden fast rückstandslos verdaut und führen seltener zu Magen- oder Darmproblemen.

Dank Barf wissen Sie, was Ihre Katze frisst

Ein großer Vorteil der Barf-Ernährung ist, dass Sie genau wissen, was Ihre Samtpfote zu sich nimmt. Schließlich bereiten Sie das Futter selbst zu. Wichtig ist, dass Sie sich im Vorfeld gründlich über den Nährstoffbedarf von Katzen informieren und sich in der Hinsicht auch von Ihrem Tierarzt beraten lassen. Mit rohem Fleisch alleine ist es beim Barfen nicht getan. Sie müssen zusätzlich noch Mineralien ergänzen, damit es Ihrer Fellnase an nichts fehlt. Zudem sind nicht alle Fleischsorten für die Rohfütterung geeignet - rohes Schweinefleisch ist beispielsweise tabu, da es das tödliche Aujeszky-Virus enthalten kann.

Beachten Sie das alles, wird Ihr Salonlöwe mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Gleichzeitig umgehen Sie mit dem Barfen die Gefahr überflüssiger Inhalts- und Zusatzstoffe im Katzenfutter. In industriell hergestelltem, minderwertigen Katzenfutter befinden sich in der Regel allerhand Füllstoffe oder Lebensmittelzusatzstoffe, die die schlechte Futterqualität kaschieren sollen. Das kann auf Dauer zu Mangelerscheinungen oder Unverträglichkeiten führen.

Viele Katzenbesitzer berichten hingegen von der positiven Wirkung, die eine Umstellung aufs Barfen haben kann. Ihre Katze wird dadurch insgesamt gesünder. Das macht sich sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrem Verhalten bemerkbar. Wenn Sie alles richtig machen, können Sie die folgenden Veränderungen an Ihrem Sofapuma beobachten:

  • Glänzendes Fell
  • Gesundes Körpergewicht
  • Muskulöser Körperbau
  • Gesunde Zähne, kaum Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen
  • Gesunde Verdauung
  • Weniger Mundgeruch
  • Gestärkte Abwehrkräfte
  • Aufgewecktes, fröhliches Wesen

Erkrankungen mit der Barf-Fütterung vermeiden

Durch diese natürliche Art der Ernährung können auch sogenannte Zivilisationskrankheiten bei Katzen gelindert oder sogar vermieden werden. Dazu gehören insbesondere Futterallergien, die Hauskatzen heutzutage immer häufiger entwickeln. Die Stoffe im Fertigfutter, auf die diese Katzen mit einer Unverträglichkeit reagieren, sind in Rohfleisch nicht enthalten. Auch Verdauungsprobleme oder Entzündungen des Harnwegsbereichs können mit der Barf-Ernährung zurückgehen oder sogar ganz verhindert werden.

Barfen ist besser für die Umwelt

Darüber hinaus tun Sie auch der Umwelt einen Gefallen, wenn Sie Ihre Katze aufs Barfen umstellen. Da Sie keine Dosen oder Tütchen mehr öffnen müssen, um Ihre Fellnase zu füttern, verursachen Sie viel weniger Müll. Des Weiteren kann Ihr Stubentiger das qualitativ hochwertige rohe Futter viel besser verwerten, sodass er weniger Kot ausscheidet. In der Folge müssen Sie seltener die Katzentoilette vollständig reinigen - auch das trägt dazu bei, Abfall einzusparen

Taurin bedarf der Katze

Wenn man über den Taurinbedarf der Katze Informationen möchte, findet man im Netz unterschiedliche Werte. Die Spanne des täglichen Bedarfs wird mit täglich zwischen 250 - 500 mg angegeben. Meyer und Zentek empfehlen ca. 50 mg Taurin pro kg Körpergewicht/Tag.

Die am häufigsten genannten Menge IM FUTTER liegen für TroFu: bei 1000mg pro kg und bei NaFu: bei 2500mg pro kg. Allerdings findet man an dieser Stelle den wohl häufigsten Denkfehler, der sich vorallem durch Katzenforen und diverse Homepages zieht, denn die Bedarfsmenge bezieht sich nicht auf ein kg Futter wie es vorliegt, sondern aufs Kg Trockensubstanz. Ergo 1000mg pro kg Trockensubstanz Trockenfutter und bei NaFu: bei 2500mg pro kg Trockensubstanz.

Bedenkt man nun, dass ein Nassfutter ca 70% Wasser enthält wird man in der Regel kein Futter mehr finden, welches zu wenig Taurin enthält. Ganz im Gegenteil, denn da sich grade über die Wichtigkeit von Taurin viele Besitzer bewusst sind, setzen eigentlich alle Futtermittelhersteller ihrem Futter deutlich zu viel Taurin zu, weil dies Werbewirksam ist und bei den meisten Besitzern als Qualitätskriterium gilt. Frei nach dem Prinzip, je mehr desto besser. Nicht zu vergessen ist auch, dass Fleisch natürlicherweise auch bereits einen gewissen Anteil Taurin enthält.

Eine Taurinunterversorgung kann diverse irreparable Schäden zur Folge haben, kommt aber bei der Fütterung sämtlicher kommerzieller Futtermittel für Katzen heutzutage nicht mehr vor und spielen schon seit Jahren keine Rolle mehr in Tiermedizinischen Praxen.

Calcium-Phosphat-Verhältnis

Das Ca-P-Verhältnis sollte IMMER ausgewogen sein. Im Idealfall liegt es bei 1,15:1.

Ist dies nicht der Fall ist die Aufnahme von Calcium gestört und es kann zu eine Demineralisation der Knochen führen und gerade bei im Wachstum befindlichen Tieren zu Knochenmissbildungen kommen. Nur weil das Verhältnis zueinander stimmt, muss es nicht zwangsläufig auf den Bedarf zugeschnitten sein. Leider vergessen auch viele "Barfer" diesen Fakt.

Überversorgt man ein Tier mit Calcium und/oder Phosphat kommt es häufig zu Kristall und Steinbildung in den Harnwegen, wie z.B. Struvit- oder Calcium-Oxalatsteinen.

Vitamine - fettlösliche A, D und E

Vitamine sind lebenswichtig für Katzen. Die Vitamine A, D und E sind fettlösliche Vitamine, werden also nicht wie z.B. B- und C-Vitamine mit den Körperflüssigkeiten ausgeschieden, sondern im Körper eingelagert. Sie finden sich in jedem, wirklich jedem Fertigfutter in ausreichender, teils mehr als ausreichender Menge. Und hier liegt die Gefahr.

Etwa bei 90 % aller Katzen über 12 leiden an Gelenkserkrankungen. Als Gründe werden genannt :

- Verletzungen

- Infektionen

- altersbedingte Verschleißerscheinungen

- Übergewicht

- Fehlstellung des Skelettes

Veränderungen am Skelett (Missbildungen) sowie die sogenannte deformierende Zervikalspondylose können unter anderem durch Übervitaminisierung mitVitamin A hervorgerufen werden. Eine Übervitaminisierung mit Vitamin D kann Hyperkalzämie auslösen und auch die Verkalkung der Weichteile begünstigen.

Die größe Gefahr der Überversorgung birgt die Verfütterung von Leber an Katzen, vorallem bei jungen Katzen kann dies dramatische Auswirkungen haben. Deshalb sollte auf das Füttern von auch kleiner Mengen Leber vollständig verzichtet werden.

(Quelle Bethari Bengalen )

Bedarfswerte einer 4 kg-Katze

(Quelle: dubarfst-Fibel)

Umrechnung IE/μg:

Vit. A: 1 μg= 0,001 mg= 3,33 IE

Vit. D3: 1 μg= 40IE

Vit. E: 1 mg= 1,49 IE

Beachten Sie bitte, dass ein ständiger Überschuss an fettlöslichen Vitaminen vom Körper nicht ausgeschieden werden kann und zu Vergiftungserscheinungen führt und auf Dauer zu diversen teils irreparablen Schäden führen kann.