Farbengetechnik

FARBGENETIK DER BENGALKATZE

Die Genetik der Bengalkatze wir ständig weiter erforscht und es werden immer wieder neue Gene identifiziert. Hier sind nur ein paar Gene aufgeführt und einige davon sind noch nicht wirklich erforscht. Bitte lassen Sie es uns wissen, wenn Sie Fehler finden oder bereits überarbeitete Erkenntnisse vorliegen.

BEGRIFFE DER GENETIK

Befruchtung = Tatsächlich bezeichnet die Befruchtung die Zusammenführung von zwei Erbgutteilen. Das Kitten erbt immer 50% Gene von der Mutter und 50% vom Vater!

Chromosomen enthalten die Erbanlagen (Gene) und somit die Erbinformationen, sie liegen paarweise vor und bestehen aus einer Mischung aus DNA und Proteinen. Die Katze hat 18 Chromosomenpaare und 1 Paar Geschlechtschromosomen (XX = Katze, XY = Kater)

Gen = Bestandteil eines Chromosoms und Träger der Erbanlagen. Gene sind immer paarweise vorhanden.

Allele bezeichnen die möglichen Ausprägungen von Genen, die sich jeweils am identischen Genort (Lokus, Mehrzahl = Loki)) eines Chromosoms befinden

heterozygot/mischerbig = die beiden Allele eines Genes sind unterschiedlich

homozygot/reinerbig = die beiden Allele eines Genes sind gleich

dominant = stärkeres Gen (Allel) als sein Gegenüber an diesem Genort, somit ist es allein verantwortlich für das Merkmal

rezessiv = ein Gen, wenn es schwächer ist als sein Gegenüber. Um zur Ausbildung zu kommen (sichtbar werden) muss ein rezessives Gen an beiden stellen des Genes reinerbig vorliegen. Vater + Mutter müssen das Gen tragen.

Genotyp = Symbole der Erbanlagen des Tieres = unsichtbares Gen

Phänotyp = Das äußere Erscheinungsbild des Tieres = sichtbares Gen

polygenetisch = Hier sind mehrere Gene an der Ausbildung eines Merkmales beteiligt

Mutation = Durch Mutation wird die in der DNA des Erbgutes gespeicherte Information verändert und kann so zur Veränderung des Phänotyps führen. Mutationen können spontan passieren, aber auch durch Umwelteinflüsse (Chemikalien, Strahlen usw.) verursacht werden.

Grundfarben = Die Grundfarben sind schwarz und rot - jede Katze ist entweder schwarz oder rot

Vollfarben = Alle Farben, die man verdünnen kann, nennt man Vollfarben.

DIE WICHTIGSTEN GENSYMBOLE

OO rot (weiblich)

OY rot (männlich) orange/rot - Gen für rot liegt auf dem Y-Chromosom

geschlechtsgebundene Vererbung- (nicht relevant für Bengalkatzen)

oo schwarz (weiblich)

oy schwarz (männlich) Bengalen sind immer schwarze Katzen!

A aguti

= mit Zeichnung Eine Katze mit Tabby-Zeichnung ist immer aguti - entweder reinerbig oder mischerbig. Aguti ist dominant zu non-aguti.

Bengal mit aguti sind spotted oder marbeld.

a non-aguti

= ohne Zeichnung Solid-Katzen sind non-aguti. Non-aguti-Katzen können Tabby tragen, sie zeigen es aber nicht. Jedoch kann die Zeichnung manchmal leicht durchscheinen, wie eine Geisterzeichnung.

Das Aguti-Gen regelt ob die Tabbyzeichnung einer Katze sichtbar ist.

AA = homozygot agouti - das Tabby-Muster ist sichtbar

Aa = heterozygot agouti - das Tabby-Muster ist sichtbar

aa = homozygot non-aguti - das Tabby-Muster ist nicht sichtbar = solid/melanistic

B

black (brown) B (schwarz/braun) ist dominant zu b und bl

BB = reinerbig schwarze Katze

Es genügt, wenn ein Elternteil schwarz ist um schwarze Kitten zu bekommen. B kann nicht rezessiv getragen werden, d.h. es gibt keine Schwarz-Träger.

Alle braunen Bengalen sind genetisch schwarze Katzen (oo/w oder oy/m).

b

chocolate (Mutation) schwarz wir ersetzt durch schokobraun

Bb = schwarze Katze / chocolate-Träger

bb = chocolate Katze reinerbig

bl

cinnamon/sorrel (Mutation) schwarz wird ersetzt durch zimtbraun (light chocolate)

b bl = chocolate Katze trägt cinnamon

bl bl = cinnamon Katze reinerbig

Für die Zimtfarbe bei Bengalkatzen ist nicht dieses Gen verantworlich, diese Bengalen sind black (brown) tabby.

bm

black modifier für die Farbe "amber" verantwortlich (verdünnt = amber light)

Bm = nicht amber

Neuste Erkenntnisse zeigen, dass es zwei Gene sind, die sehr dicht auf einem

Chromosomen beieinander liegen. Eigentlich müsste es also heißen:

BB BB = braun reinerbig Bbl Bbl = braune Katze trägt cinnamon

Bb Bb = braune Katze trägt chocolate bB blB = chocolate Katze trägt cinnamon

bB bB = chocolate reinerbig blB blB = reinerbig cinnamon

C

Coloration Ganzköperfärbung, Vollfärbung, Vollpigmentierung, das komplette Fell ist in der entsprechenden Farbe durchgefärbt, also kein Point

CC = normal gefärbt

Ccs = normal gefärbt -mischerbig- Katze trägt seal lynx point

Ccb = normal gefärbt -mischerbig- Katze trägt seal sepia point

c fehlende Pigmentierung = Albino mit roten Augen (nicht relevant für Bengalkatzen)

ca

rezessives weiß fehlende Pigmentierung = Albino mit blauen oder rosa Augen (nicht relevant für Bengalkatzen)

cs

seal lynx point cs cs = Siam-Gen, Maskenfaktor, colourpoint. Die Siamkatze ist immer reinerbig.

Snowbengale mit farbiger Zeichnung und blauen Augen (cs ist gleichwertig zu cb)

cb

seal sepia point cb cb = Burma-Gen, die Burma ist immer reinerbig.

Snowbengale mit sepiafarbener Zeichnung. Augenfarbe braun, gelb oder grün (cb ist gleichwertig zu cs)

cs cb

seal mink point Tonkanese, da Burma- und Siam-Gen gleichwertig sind kann bei einer Verpaarung keine Gen das andere übertönen und so entsteht eine Mischfärbung. Tonkanesen sind mischerbig.

Snowbengale mit einem Siam- und einem Burma-Gen. Augenfarbe = aquamarin (türkis)

D

dense colour Vollfarbe ohne Verdünnung

d

dilute colour Verdünnung verändert oder verdünnt die Vollfarben

schwarz -> blau

rot -> creme

chocolate -> lilac (=lavender)

cinnamon -> fawn (=rehfarben)

Es gibt auch noch eine Verdünnung der Verdünnung. Dm = dilute modifier. Das Gen wirkt nur auf verdünnte Farben und ist dominant zu dm. Dm muss also nur einmal vorhanden sein.

L

Kurzhaar Kurzhaar ist dominant zu Langhaar

l

Langhaar Langhaar = rezessiv

Bengalen mit langem Haar nennt man Cashmere oder Pardino

Gl oder Mi

kein Glitter Kein Glitter ist dominant zu Glitter, welcher bei Bengalkatzen erwünscht ist - aber kein MUSS

gl oder mi

mit Glitter Bei Bengalen mit Glitter schimmern die Fellspitzen wie durchsichtig

Rf

kein Rufismus Vor allem silberne Bengalen sollten keinen Rufismus (braune Stellen) zeigen

rf

Rufismus Das Rufismus-Gen soll den Rotanteil im Fell von braunen Bengalkatzen kontrollieren. Vielleicht ist aber auch noch ein weiteres Gen für die unterschiedlichen rötlichen Töne verantwortlich, dies ist momentan noch nicht geklärt

Tabby-Gene (nur sichtbar bei aguti-Katzen)

Ta Ticking Abessinier-Tabby, dominant gegenüber allen anderen Tabbys. Wird auch U genannt = unstriped tabby)

T

mackerel = Tigerstreifen - rezessiv zu ta, dominant gegenüber ts und tb - nicht erwünscht bei Bengalen!

Sp oder ts Spotted Tupfenzeichnung, dominant gegenüber tb

tb

classic Classic-Tabby wird auch blotched genannt (gestromt, Räderzeichnung) - rezessivstes Tabby-Gen

Die Tabby-Gene liegen auf mindestens 3 verschiedenen Genorten. Mackerel T und classic tb liegen zusammen auf einem Lokus. Auf einem anderen Lokus liegt das spotted Gen, es regelt, ob classic oder mackerel aufgebrochen wird und die Katze dadurch gepunktet aussieht. Die Informationen für spotted liegen eventuell sogar auf mehreren Genorten, dies ist aber noch nicht ganz erforscht.

Eine classic tabby muss reinerbig sein = tb tb.

Eine mackerel-Tabby kann homozygot TT oder heterozygot Ttb sein.

Abessinier-Tabby liegt auf einem weiteren Lokus. Es ist das dominanteste aller Tabbys. Eine mackerel oder classic muss auf diesem Ta-Lokus reinerbig ta ta sein (also kein Abessinier-Ticking). Ist nur ein Ta vorhanden, werden classic und mackerel überdeckt. Allerdings nicht komplett, bei Mischerbigkeit wird die Zeichnung mehr oder weniger gestreift.

Die Tabby-Zeichnung bei Bengalkatzen ist in zwei Grundmuster aufgeteilt:

spotted/rosetted = dominant und kann nicht rezessiv getragen werden. Manche Bengalen haben zweifarbige Spots = rosetted. Bei Rosetten ist die Umrandung immer dunkler als die wärmere Innenfarbe. Bei Bengalen handelt es sich nicht um das gleiche Gen, welches für die Tupfenzeichnung bei unseren Hauskatzen verantworlich ist.

marbled = genetisch gesehen kommt marbled vom Classic-Tabby, die Zeichnung bei Bengalen soll aber nicht wie das Tabby der Hauskatze erinnern. Es soll horizontal verlaufen und das sogenannte "Bullauge" darf nicht vorhanden sein.

Das marble-Gen ist rezessiv und muss bei marble Katzen (= tbtb) reinerbig vorhanden sein. Genauso wie classic bei anderen Rassen immer reinerbig sein muss, um sich zu zeigen.

Es muss mindestens ein Elternteil spotted sein, um spotted Kitten zu bekommen.Ist Vater und Mutter marbled, so können keine spotted Kitten fallen (zwei spotted können aber marble produzieren, wenn keiner der Eltern reinerbig spotted ist)

Wenn ein Elternteil reinerbig spotted ist, so wird der gesamte Nachwuchs spotted, auch wenn der andere Elternteil marble ist.

Sind beide Eltern marbled so fallen nur Kitten in marbled.

Wenn Vater + Mutter spotted sind, aber beide marbled tragen können Kitten in spotted + marbled fallen.

Um größere Rosetten zu bekommen hat es hat sich angeblich bewährt marbled in die Spotted-Linen einzumischen (dies konnte ich bisher leider nicht beobachten)