Milchtritt und Zecken Flöhe und Schutzimpfung


Milchtritt warum?

Milchtritt wieso und warum

Den meisten Katzenfreunden dürfte bekannt sein, dass eine Katze den Milchtritt aus ihrer Kindheit beibehalten hat. Doch welche Gründe genau hinter diesem Katzenverhalten stecken, ist wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei aufgeklärt. Welche Theorien es rund ums Treteln gibt, erfahren Sie hier.

Was ist der Milchtritt bei Katzen?

Wenn Katzen treteln oder den Milchtritt machen, drücken sie abwechselnd die linke und die rechte Pfote nach unten. Die Bewegung sieht ein wenig so aus, als würden sie Hefeteig kneten oder jemanden massieren. Manche Katzen fahren dabei ihre Krallen aus und wieder ein, andere machen die Trampelbewegung ohne Kralleneinsatz. Begleitet wird der Milchtritt in der Regel von ausgiebigem Schnurren und einem leicht entrückten Blick mit halb geschlossenen Katzenaugen. Bei kleinen Kätzchen dient das Treteln gegen den Bauch der Katzenmutter der Anregung des Milchflusses.

Doch auch erwachsene Katzen machen den Milchtritt, üblicherweise in Situationen, in denen sie sich wohlfühlen. Die Schmusekatze im trettelt und schnurrt beim Lieblings Menschen.

Pflege und Haltung Tiere und Menschen

Liebe ist ... wie Katzen ihre Zuneigung zeigen

Katze macht es sich nach Milchtritt bequem

Da bereits neugeborene Katzenbabys treteln, um den Milchfluss anzuregen, besagt eine Theorie, dass der Milchtritt ein Überbleibsel aus der Katzenkindheit ist. Fühlen sich Katzen wohl und geborgen, wecke das Erinnerungen an die Wärme und Sicherheit, die sie bei ihrer Katzenmama verspürt haben. Und so fallen sie instinktiv zurück in ihr kindliches Kätzchenverhalten. Allerdings kann dies nicht die einzige Erklärung sein, da auch Findelkätzchen und Waisenkatzenbabys treteln, die von Menschen mit der Flasche großgezogen wurden.

Es wurde beobachtet, dass die Falbkatze - wilde Vorfahrin unserer Hauskatzen - ebenfalls eine Art Milchtritt durchführt, wenn sie sich ihr Schlaflager zurecht macht und dafür Laub oder Gräser flachdrückt. Trächtige Falbkatzen treteln ebenfalls auf einem bequemen Plätzchen ihrer Wahl herum, bevor sie sich für die Geburt dort hinlegen. Daher gibt es zusätzlich die Vermutung, dass Katzen ihren Schlaf- oder Ruheplatz möglichst weich kneten wollen, indem sie diesen mit ihren Pfoten bearbeiten. So, wie Menschen beispielsweise ihr Kopfkissen vorm Schlafengehen aufschütteln oder sich die Sofakissen für den Fernsehabend bequem zurechtlegen, massieren die Fellnasen dieser Theorie nach ihre Decke, ein Kissen oder ein Kleidungsstück ihrer Lieblingsmenschen mit den Pfoten, damit ihre Schlafplätze noch gemütlicher werden. Dabei werden auch Stofftiere nicht verschont.

Liebesbeweis, Rolligkeit und Co.: Weitere Gründe fürs Treteln

Ihre Katze besitzt unter ihren Pfötchen außerdem Duftdrüsen, die beim Kratzen, Krallenwetzen und beim Milchtritt freigesetzt werden. Die Duftmarken, die Ihre Katze dabei setzt, sind absolut einzigartig; sie markiert damit ihr Territorium und Eigentum. Es kann also auch sein, dass Katzen beim Treteln - ähnlich wie beim Köpfchengeben - ihre Lieblingssachen und Lieblingsmenschen als Eigentum beanspruchen und damit ihre Zuneigung ausdrücken. "Du gehörst zu mir, du bist meine Familie", will Ihre Katze Ihnen damit sagen. Der Milchtritt ist somit auch eine Art Liebesbeweis, selbst, wenn die scharfen Krallen manchmal ein wenig pieksen können. Sollte es zu doll stechen, lassen Sie sich vom Tierarzt zeigen, wie Sie die Katzenkrallen schneiden können.

Zudem lässt sich bei rolligen Katzendamen beobachten, dass sie sehr viel treteln und im Verlauf der Rolligkeit jaulende "Miau"-Laute von sich geben. Rollige Katzen sind auffallend schmusebedürftig, recken oft ihren Po in die Höhe, um Paarungsbereitschaft zu signalisieren, und laufen rastlos hin und her. Sollten Sie keinen Katzennachwuchs haben wollen, lassen Sie Ihre Katze am besten kastrieren, denn die unerfüllte Rolligkeit ist für sie eine große Belastung. Ähnlich wie das Schnurren dient der Milchtritt wahrscheinlich der Beruhigung. Ihre Katze versucht damit, sich selbst zu entspannen. Es ist also nicht auszuschließen, dass Ihre Katze krank ist oder unter Stress steht, wenn sie auffallend oft und viel zum Treteln neigt. Sollte Ihnen ihr Verhalten ungewöhnlich vorkommen, gehen Sie daher vorsichtshalber mit ihr zum Tierarzt

Zecken und Flöhe

Zecken und Flöhe

Warme Tage locken nicht nur uns ins Freie, sondern auch Zecken aus ihrem Versteck. Nach der Winterruhe werden sie aktiv und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Blutmahlzeit. Dabei können Krankheiten wie Borreliose und FSME auf Menschen und Hunde übertragen werden, aber auch andere, teils lebensbedrohliche Erkrankungen wie Ehrlichiose (»Zeckenfieber«) und Babesiose (»Hundemalaria«), von denen nur Tiere betroffen sind. Grund genug, mit geeigneten Maßnahmen einem Befall der Tiere vorzubeugen.

Doch nicht alle Tierhalter nehmen die Gefahr durch die Parasiten wirklich ernst. Sie sind teilweise nicht ausreichend über die Folgen eines Befalls informiert oder verhalten sich gegenüber möglichen Parasiten am Haustier gleichgültig. Einige scheuen die Kosten der Prophylaxe, andere haben Vorbehalte gegenüber den chemischen Produkten. Hier gibt es einen hohen Aufklärungsbedarf durch den Apotheker, um den Tierhalter im Interesse eines gesunden Tieres von der Bedeutung der Parasitenbekämpfung zu überzeugen.

Zecken sind nicht die einzigen Parasiten, die Erkrankungen übertragen. Auch Flöhe, die Haustiere ganzjährig belästigen, übertragen Krankheiten wie die Katzenkratzkrankheit oder Parasiten wie Bandwürmer. Flohstiche können beim Wirt Hautirritationen oder eine lästige Flohspeichelallergie auslösen. Dem kann man durch geeignete Prophylaxe und Therapie entgegenwirken. Wichtig: Bei diesen Parasiten besteht die Gefahr, dass sie sich bei engem Zusammenleben ein menschliches Opfer suchen.

Zecken entfernen - Flöhe bekämpfen

Wer sein Tier regelmäßig absucht, wird vereinzelte Zecken schnell entdecken. Sie können mit einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden. Sowohl prophylaktisch als auch bei bereits erfolgtem Befall eignen sich moderne Präparate: Sie verhindern eine »normale« Blutmahlzeit - so wird das Risiko einer Krankheitsübertragung durch Zecken reduziert. Flohbefall lässt sich an kleinen, schwarzbraunen Körnchen im Fell erkennen, dem Flohkot. Er hinterlässt beim Verreiben in einem feuchten Tuch rötlichbraune Flecken aus unverdautem Blut. Ist das Haustier von Flöhen befallen, ist eine antiparasitäre Behandlung unumgänglich. Denn das Tückische am Flohbefall ist: Nur der adulte Floh ist auf dem Tier zu finden. Die Eier verbleiben nicht auf dem Wirt, sie lagern in der Umgebung. Es ist daher entscheidend, dass man Flöhe abtötet, bevor es zur Eiablage kommt, also möglichst innerhalb von 24 Stunden nach dem Befall, um so den Lebenszyklus des Parasiten zu unterbrechen. Andernfalls entwickeln sie sich bei idealen, feucht-warmen Bedingungen innerhalb von drei bis vier Wochen, bei schlechten Bedingungen innerhalb eines Jahres, über Larve und Puppe zum adulten Floh, der erneut Hund oder Katze befällt.

Vor- und Nachteile verschiedener Darreichungsformen

Darreichungsform Vor- und Nachteile bei Hunden und Katzen

Spot-on-Präparate Der Wirkstoff verteilt sich selbstständig nach dem Auftragen auf das Tier und dringt in die fetthaltigen Epidermisschichten und in die Talgdrüsen ein. Dort bildet er ein Depot, aus dem er kontinuierlich abgegeben wird (Residualeffekt).

Halsband Verliert schnell die Wirkung beim Aufenthalt im Wasser. Weniger geeignet bei langem, dichtem Fell; Verletzungsgefahr.

Spray Verängstigt manche Tiere und wird von Anwender und Tier ­eingeatmet. Weniger geeignet für Tiere mit langem, dichtem Fell.

Puder Vernichtet adulte Flöhe, bietet jedoch keinen langfristigen Schutz; wird von Tier und Anwender eingeatmet und ist weniger geeignet für Tiere mit langem, dichtem Fell.

Shampoo Vernichtet adulte Flöhe, bietet aber keinen langfristigen Schutz. ­Baden führt bei Katzen zu Abwehrreaktionen.

Eine kontinuierliche ganzjährige Vorsorge mit Antiparasitika bietet den sichersten Schutz vor durch Parasiten übertragenen Krankheiten. Die ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) empfiehlt bei allen Haustieren mit freiem Auslauf und regelmäßigem Kontakt zu Artgenossen, also bei fast allen Hunden und den meisten Katzen, eine ganzjährige lückenlose Prophylaxe gegen Flohbefall sowie einen saisonalen Zeckenschutz. Auf lückenlosen Schutz sollte man insbesondere in Gebieten mit infizierten Zecken und bei Haustieren mit Flohspeichelallergie achten, da bereits ein geringer Flohbefall zu heftigen Krankheitssymptomen führen kann.

Zecken können auf Hunde potenziell lebensbedrohliche Krankheiten wie das Zeckenfieber oder die Hundemalaria übertragen.

Unterschiedliche Wirkstoffe

Bei der Parasitenbekämpfung wird zwischen systemischen und Kontakt-Antiparasitika unterschieden. Erstere müssen vom Parasiten mit der Blutmahlzeit aufgenommen werden. Kontakt-Antiparasitika wirken dagegen durch den bloßen Kontakt des Parasiten mit dem Wirkstoff auf der Haut oder dem Fell des behandelten Tieres.

Fipronil (zum Beispiel Frontline®) ist ein Wirkstoff, der das Nervensystem von Arthropoden beeinträchtigt und diese rasch abtötet. Es wirkt gegen Zecken und Flöhe und ist für Katzen und Hunde verträglich.

Weitere Kontaktinsektizide sind Imidacloprid (zum Beispiel Advantage®) und das systemisch angewandte Nitenpyram (rezeptpflichtig, zum Beispiel Capstar®), die beide die cholinerge Erregungsübertragung bei Flöhen lähmen und so zu deren Tod führen. Die Wirkstoffe helfen nicht gegen Zecken. Sie kommen gegen Flöhe bei Hunden und Katzen zum Einsatz.

Das Pyrethroid Permethrin (zum Beispiel Exspot® oder Advantix®) tötet als Kontaktgift Parasiten über eine Depolarisation der erregbaren Membranen. Die Reizung der parasitären Fußorgane führt dabei zu einer repellierenden Wirkung. Permethrin ist als Spot on nur für Hunde zugelassen und 2009 wieder der Verschreibungspflicht unterstellt worden, nachdem sich Fälle von Vergiftungen bei Katzen gehäuft hatten.

Antiparasitika werden als Halsbänder, Sprays, Puder, Shampoos und Spot-on-Präparate angeboten, mit verschiedenen Vor- und Nachteilen (siehe Tabelle auf Seite 30). Wegen ihrer schnellen und einfachen Anwendung, der zuverlässigen Wirkung und nicht zuletzt wegen des geringen Anwendungsrisikos beim Tierhalter haben sich Spot-on-Präparate bewährt.

Wichtig: die korrekte Anwendung

Die richtige Anwendung von Antiparasi­tika führt zu einer hohen Erfolgsquote bei der Parasitenbekämpfung und damit zu zufriedenen Tierhaltern. Eine kompetente Beratung ist hier vonnöten, denn 98 Prozent der Beschwerdefälle basieren auf Anwendungsfehlern. Bei der Anwendung von Kontakt-Antiparasitika gilt es, einige Regeln zu beachten. Bei Fipronil sind zum Beispiel die folgenden Punkte ausschlaggebend für den Erfolg:

Wahl der Pipettengröße: Bei der Wahl der richtigen Pipetten sind Größe und Gewicht des Hundes entscheidend.

Anwendung: Spot-on-Präparate müssen direkt auf die Haut aufgetragen werden. Dazu scheitelt man das Fell des zu behandelnden Tieres zwischen den Schulterblättern und verteilt den gesamten Inhalt einer Pipette auf der dadurch sichtbar werdenden Hautstelle. Beim Einsatz eines Sprays verteilt man den Wirkstoff auf die gesamte Körperoberfläche von Hund oder Katze. Dabei soll das Fell aufgerichtet und das Spray gegen den Haarstrich auf den gesamten Körper aufgesprüht werden, bis das Fell gut durchnässt ist. Anschließend wird durch Abrubbeln erreicht, dass sich der Wirkstoff auch auf der Haut verteilt.

Nässe: 48 Stunden nach der Behandlung darf das Tier nicht gebadet werden, da sonst die Wirksamkeit des Präparats beeinträchtigt werden kann.

Wirkzeit: Fipronil tötet Flöhe innerhalb von 24 Stunden, Zecken innerhalb von 48 Stunden nach der Behandlung. Dabei ist es normal, dass innerhalb dieser Zeit noch vereinzelt lebende Zecken oder Flöhe am Tier sichtbar sind - denn genau dort werden sie abgetötet. Das Risiko einer Krankheitsübertragung durch Zecken wird jedoch reduziert, denn dieses ist erst nach 48 Stunden besonders groß. Auch Flöhe werden in der Regel noch vor der Eiablage und vor dem ersten Stich abgetötet.

Anwendungsintervalle: Bei Hunden wirkt der Wirkstoff gegen Zecken bis zu vier Wochen, gegen Flöhe bis zu acht Wochen. Bei Katzen wirkt er gegen Zecken bis zu zwei Wochen und gegen Flöhe bis zu vier Wochen.

Kontinuität: Um einen erneuten Befall zu verhindern, sollte das Produkt konsequent und lückenlos angewendet und die Behandlungspause nicht überschritten werden.

Andere Haustiere im Haushalt: Es sollten alle Haustiere behandelt werden, die in einem Haushalt leben.

Die sorgfältige Reinigung der gesamten Tierumgebung ist notwendig, um einem erneuten Befall durch frisch geschlüpfte Parasiten aus den abgelegten Eiern vorzubeugen. Hierzu gehören das Waschen von Hundedecken, et cetera sowie das Absaugen und die anschließende Behandlung aller nicht-waschbaren Textilien mit einem Spray, das die Larven in der Umgebung abtöte

Schutzimpfung

Schutzimpfungen sind wichtig bei Hauskatzen oder Freigänger

Schutzimpfungen für Katzen sind wichtig und sollten nicht vernachlässigt werden, da Katzen - wie auch wir selbst - den unterschiedlichsten Krankheitserregern ausgesetzt sein können. Doch welche Impfung tatsächlich nötig ist, das hängt ganz entscheidend damit zusammen, wie und wo die Katze lebt. Viele Fragen tauchen auf: Gegen was muss geimpft werden, wann wird geimpft und welche Kosten sind damit verbunden? Und gibt es Nebenwirkungen? Wir stellen Ihnen die gängigsten Katzenkrankheiten vor, gegen die geimpft werden kann und helfen Ihnen bei der Entscheidung darüber, was für Ihren Liebling am besten ist.

Sechs Millionen Katzen leben in Deutschland und sie sind als unsere geliebten Haustiere aus unserem Leben nicht wegzudenken. Sie begleiten uns Tag für Tag und daher ist es umso wichtiger, dass wir die Verantwortung für unsere Haustiere auch hinsichtlich ihrer Gesundheit übernehmen. Auch wenn Impfungen bei Katzen in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, so ist es doch wichtig, den schnurrenden Freund gut abzusichern. Ein Großteil der Katzen wird daher geimpft. Denn den Impfungen ist es zu verdanken, dass die meisten Katzenkrankheiten in Deutschland stark zurückgegangen sind und etwa die Tollwut unter Katzen als ausgestorben gilt.

Muss ich meine Katze überhaupt impfen lassen?

Der Rückgang von Katzenkrankheiten bedeutet aber nicht unbedingt grünes Licht, um etwa nicht zu impfen, sondern gibt vielmehr Spielraum für die Entscheidung, welche Impfungen die Richtigen sind. Denn hinsichtlich von Schutzimpfungen gilt nicht unbedingt "je mehr je besser", sondern hier sollte im Gespräch mit dem Tierarzt vorsichtig abgewogen werden, welche Impfungen für das eigene Haustier sinnvoll sind.

Freigängerkatzen etwa brauchen einen deutlich höheren Impfschutz, auch gegen Tollwut und Leukose, als diejenigen Katzen, die nur im Haus leben und keinen Kontakt zu Artgenossen haben. Doch auch bei Wohnungskatzen sollte auf eine gewisse Grundimmunisierung nicht verzichtet werden, denn wir Menschen können durchaus an unserer Kleidung Erreger von außen einschleppen, etwa die der Katzenseuche oder des Katzenschnupfens. Auch wenn die Katze im Urlaub mit ins Ausland fahren soll oder zeitweise in einer Tierpension untergebracht wird, sind bestimmte Impfungen vorgeschrieben und sogar lebenswichtig für das Tier. Denn vor allem die Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose und Tollwut können das Leben des geliebten Haustieres bedrohen.

Gegen was muss meine Katze geimpft werden?

Der Umfang des Impfschutzes variiert gewaltig - je nachdem, ob es sich um die Immunisierung einer reinen Wohnungskatze oder einer Freigängerkatze handelt. Als unverzichtbare Impfungen für ausnahmslos alle Katzen gelten Katzenseuche und Katzenschnupfen, bei freilaufenden Katzen außerdem Tollwut und Katzenleukämie. Eine Impfung gegen FIP ist unter Umständen nicht nötig, hier sollte unbedingt mit dem Tierarzt gemeinsam abgewogen werden.

Wann, wie oft und in welchem Alter muss ich meine Katze impfen lassen?

Der Zeitraum, in dem eine Katze geimpft werden muss lässt sich nicht pauschal benennen, denn auch hier kommt es darauf an, gegen was die Katze geimpft wird. Katzenwelpen erhalten die wichtigsten Antikörper in den ersten Lebenswochen durch die Muttermilch. Doch wenn sie abgegeben werden, ist es Zeit zur Grundimmunisierung. Viele Katzen werden somit schon im Welpenalter geimpft, es ist also wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und mit dem Tierarzt den Umfang der Impfungen und die nötigen Impfintervalle abzusprechen.

Bei der Grundimmunisierung, die zwischen der 8. Lebenswoche und dem 16. Lebensmonat insgesamt viermal durchgeführt wird (8., 12. und 16. Lebenswoche und 16. Lebensmonat), wird mit dem RCP-Impfstoff, im Rahmen einer Dreifachimpfung, gegen Katzenschnupfen - gegen die Rhinotracheitis- und Calciviren - sowie gegen Katzenseuche - also das Parvovirus immunisiert. Bei Bedarf wird auch gegen Tollwut und Katzenleukämie geimpft. Auffrischungsimpfungen werden dann ab dem zweiten Lebensjahr durchgeführt. Die Impfungen gegen Katzenseuche und Tollwut sollten alle drei Jahre, gegen Katzenschnupfen und Katzenleukämie jedes Jahr durchgeführt werden. Bei Reisen ins Ausland darf die letzte Tollwutimpfung allerdings nicht älter als ein Jahr und nicht frischer als 30 Tage sein und muss ordnungsgemäß im EU-Heimtierausweis eingetragen sein.

Katzenimpfungen zu den verschiedenen Katzenkrankheiten

Tollwut

Die Tollwut gilt zwar in Deutschland seit 2008 als bei Katzen erfolgreich ausgerottet, doch Freigänger haben trotzdem ein Ansteckungsrisiko. Die Übertragung erfolgt durch Speichel und Hautverletzungen und als tödliche Viruserkrankung ist die Tollwut auch für den Menschen gefährlich. Anzeichen für Tollwut sind Aggression oder auch besondere Anschmiegsamkeit, später Schluckstörungen und Lähmungen. Freigängerkatzen sollten unbedingt geimpft werden und bei Reisen innerhalb der EU ist eine aktuelle Impfung ebenfalls Pflicht.

Katzenschnupfen

Als schwere, aber für den Menschen ungefährliche, Infektionskrankheit, die entweder durch das Rhinotracheitis- und Calcivirus oder aber durch verschiedene Bakterien übertragen wird, äußert sich der Katzenschnupfen durch Fieber, starken Ausfluss aus Augen und Nase und durch Abgeschlagenheit. Auch Geschwüre, Lungenentzündung oder Augenschäden können auftreten. Die Impfstoffe gegen die verschiedenen Erreger wirken unterschiedlich und zur Bestimmung des nötigen Impfschutzes sollte unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Gerade gegen die Viren ist eine Impfung aber meist empfehlenswert.

Katzenseuche

Die hochansteckende Katzenseuche, auch Katzenpest oder Katzenstaupe genannt, ist für den Menschen nicht ansteckend, kann aber für die Katze tödlich verlaufen. Ausgelöst durch Parvoviren werden die Erreger durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Abgeschlagenheit, Appetitmangel, Fieber und blutiger Durchfall sind Anzeichen der Erkrankung und eine Impfung wird für alle Katzen empfohlen.

Katzenleukämie

Als häufigster Grund für Lymphkrebs ist die Katzenleukämie eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch das FeLV, das Feline Leukosevirus, übertragen wird. Für Menschen ist sie nicht ansteckend. Da sie durch Kontakt übertragen wird, ist sie vor allem für Freigänger sinnvoll. Zwar erkrankt nur ein kleiner Teil der Tiere tatsächlich, doch das Virus kann zu Blutarmut und zu schweren Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen führen.

FIP

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine nicht heilbare und tödlich verlaufende ansteckende Bauchfellentzündung der Katzen. Das Coronavirus, das eigentlich nur milden Durchfall hervorruft mutiert durch bisher ungeklärte Umstände zu einer tödlich verlaufenden Viruserkrankung. Fieberschübe und Abmagerung sind Anzeichen der Erkrankung. Auch kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen, dies ist die "feuchte" Form, oder aber bei der "trockenen" Form zu Blut-, Augen- und Gehirnschäden und Gelbsucht. Impfungen funktionieren nur, wenn die Katze nicht vorher bereits mit der milden Form des Coronavirus infiziert wurde und sind nicht immer wirksam.

Katzen-Aids

Diese Immunschwächekrankheit wird vor allem über Bisse übertragen, ist für den Menschen nicht gefährlich und ist nicht heilbar. Nach einem Fieberschub mit geschwollenen Lymphknoten scheint die Krankheit zunächst als überstanden, doch dann verrichtet sie über Jahre ihr tödliches Werk, ähnlich der Aids-Erkrankung bei Menschen. So können etwa Nerven- und Verhaltensstörungen und chronische Entzündungen auftreten. Nur in Amerika gibt es einen entsprechenden Impfstoff, hierzulande kann zur Vorsorge nach einer Beißerei, nach etwa sechs Wochen, auf Antikörper getestet werden, dann kann die Gabe von Abwehrstoffen möglicherweise dafür sorgen, dass die Spätfolgen milde ausfallen.

Was sind die Kosten von Katzenimpfungen?

Die Kosten beinhalten den Impfstoff, die Untersuchung, die Injektion und die Impfbescheinigung, hängen dann jedoch von den gewählten Impfungen ab und können variieren. Die Tierärzte müssen sich bei der Berechnung an die üblichen Vorgaben der GOT halten, der Gebührenordnung für Tierärzte. Hier kann jedoch der ein- bis dreifache Satz berechnet werden. Eine Dreifach-Impfung gegen Tollwut, Katzenschnupfen und Katzenseuche kostet in der Regel ab 25 Euro, während die Impfungen gegen FIP und Katzenleukämie mit etwa 35 oder 42 Euro zu Buche schlagen. Um die genauen Kosten zu bestimmen ist es allerdings wichtig, sich zunächst mit dem Tierarzt über die Anzahl und den Umfang des individuellen Impfschutzes für das eigene Haustier zu erkundigen.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen bei Katzenimpfungen?

Wie überall kann es auch bei Impfungen zu Nebenwirkungen kommen. Direkt nach der Impfung kann es etwa zu allergischen Reaktionen wie Atemproblemen, Durchfall, Erbrechen oder Nesselfieber kommen. Andere vorübergehende Nebenwirkungen können eine erhöhte Temperatur, Hautreizungen, Schwellungen oder Appetitlosigkeit sein. Vor allem die Impfungen gegen Tollwut und Katzenleukämie, beziehungsweise die verwendeten Impfzusatzstoffe, werden mit dem Entstehen von Krebsgeschwüren, dem sogenannten Fibrosarkom, in Zusammenhang gebracht. Hier sollte die Impfstelle beobachtet werden und bei deutlichen Erhebungen der Tierarzt aufgesucht werden, denn im Frühstadium kann ein eventuelles Geschwür gut entfernt werden.

Auch kann es, trotz einer Impfung, vor allem bei immungeschwächten Tieren zu einem Impfdurchbruch kommen, was bedeutet, dass die Krankheit gegen die geimpft wurde, trotzdem ausbricht.

Die Entscheidung: Ja oder nein zur Katzenimpfung

Gerade, weil Impfungen auch Nebenwirkungen haben können, ist es wichtig, sich genau zu informieren welche Impfungen für die eigene Katze Sinn machen. Während es wichtig ist, dass die Katze den jeweils nötigen Impfschutz erhält, gilt hier nicht unbedingt, dass mehr auch besser ist. Bei notwendigen Impfungen müssen die möglichen Nebenwirkungen in Kauf genommen werden, während manche Impfungen schon allein wegen der möglichen Risiken, nicht nötig sind. Es kommt immer ganz auf die jeweilige Lebenssituation an und darauf, dass die Katze rundum optimal geschützt ist.

Freigänger und Ausstellungskatzen benötigen sicher einen umfangreicheren Impfschutz als reine Wohnungskatzen, während besonders junge oder aber auch ältere Katzen ebenfalls besser abgesichert werden sollten. Die Entscheidung liegt immer beim Halter und dabei sollte in jedem Fall das Wohl des Tieres im Auge behalten werden.