Keine Katze betrafen/Zwei Katzen zusammen führen

Keine Katze betrafen 

Katzenerziehung: Sind Strafen und Schimpfen unnütz?

Die Katzenerziehung ist um einiges schwieriger als die Hundeerziehung, doch unmöglich ist sie nicht. Katzen lernen erwünschtes Verhalten am besten durch Belohnung. Aber was tun, wenn der Stubentiger sich daneben benimmt? Sind Strafen dabei ein sinnvolles Erziehungsmittel?

Katzen haben im Gegensatz zu vielen Hunderassen (z. B. Labrador und andere Retriever) gegenüber ihren Menschen keinen sogenannten "will to please". Das bedeutet, dass sie in der Regel nur das tun, wozu sie selbst Lust haben und was ihnen selbst nützt. Ob ihr Verhalten ihren Lieblingsmenschen gefällt oder nicht, ist für sie eher von zweitrangigem Interesse. Strafen und Schimpfen sind aus diesem Grund in der Katzenerziehung keine vielversprechenden Methoden.

Katzen verstehen nicht, warum Sie schimpfen

Wenn ihre Katze sich die Krallen am Sofa oder am Teppich wetzt, auf den Esstisch oder die Küchenzeile springt, macht sie das nicht, um Sie zu ärgern. Sie tut das, weil sie davon Vorteile hat, etwa Ihre Aufmerksamkeit oder - wenn sie beispielsweise keinen Kratzbaum oder nicht genug Kratzmöglichkeiten hat - um ihre natürlichen Bedürfnisse und Instinkte zu erfüllen und sie keine besseren Alternativen zu Ihren Möbeln hat. Wenn Sie daraufhin mit ihr schimpfen, sie anschreien oder mit Wasser bespritzen, strafen Sie sie für etwas ab, das sie nicht als Fehlverhalten begreifen kann.

Alles, was bei Ihrer Katze ankommt, ist, dass ihr Lieblingsmensch plötzlich laut, unberechenbar und furchteinflößend wird, obwohl sie (aus ihrer Sicht) gar nichts Schlimmes gemacht hat. Bestenfalls gewöhnt sie sich an, nur noch auf verbotene Plätze zu springen und verbotene Möbel mit ihren Krallen zu bearbeiten, wenn Sie nicht da sind. Schlimmstenfalls bekommt sie Angst vor Ihnen und entwickelt in der Folge Verhaltensstörungen.

Indirekte Strafen in der Katzenerziehung?

Gelegentlich liest man zum Thema Katzenerziehung, dass indirekte Strafen bei besonders renitenten Stubentigern eingesetzt werden können. Während direkte Strafen sichtbar und merklich von Ihnen ausgehen, soll die indirekte Variante den Katzen unangenehme Konsequenzen unerwünschten Verhaltens aufzeigen, ohne dass die Tiere dies mit Ihnen in Verbindung setzen. Anstatt mit Ihrer Katze zu schimpfen, wenn sie auf den Tisch springt, verstecken Sie sich und spritzen ihr Wasser an die Brust (nicht ins Gesicht!) oder machen ein lautes Geräusch.

Theoretisch denkt Ihre Samtpfote, dass das laute Geräusch oder der Wasserspritzer dadurch kam, dass sie auf dem Tisch saß. Praktisch ist es jedoch nicht einfach, diese Methode der Katzenerziehung konsequent umzusetzen, da Sie denselben unangenehmen Reiz immer auslösen müssen, sobald Ihre Miez das Verbotene tut. Vergessen Sie es einmal oder sind Sie nicht rechtzeitig zur Stelle, bekommt Ihre Katze rasch mit, dass es nichts mit ihrem Verhalten zu tun hat, ob sie nass wird oder nicht. Wenden Sie indirekte Strafen daher wirklich nur an, wenn Sie sicher sind, dass Sie eine bestimmte unerwünschte Verhaltensweise Ihrer Fellnase wirklich kontrollieren können. Zum Beispiel, wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Miez aus der Haustür läuft.

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Katzenerziehung: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Verständnis als Basis für gute Katzenerziehung

Wenn Sie verstehen, warum Ihre Katze ein bestimmtes Verhalten zeigt, das Ihnen nicht gefällt, sind Sie in Sachen Katzenerziehung einen guten Schritt weiter gekommen. Mögliche Gründe für "Fehlverhalten" sind etwa Langeweile, fehlende Kratzmöglichkeiten, eine nicht katzenfreundliche Wohnungseinrichtung oder Krankheit. Hat Ihre Katze alles, was sie braucht: Kratzbaum, sauberes Katzenklo, Schlafplätze, Verstecke, Klettermöglichkeiten, geeignetes Futter und frisches Wasser?

Wenn ja, sollten Sie sie vorsichtshalber zum Tierarzt bringen, sollte sie trotzdem ungewöhnliches oder störendes Verhalten zeigen. Möglicherweise hat sie Schmerzen oder ist krank und weiß keinen anderen Weg, um Sie darauf aufmerksam zu machen. Hat sie alles, was sie braucht und ist körperlich gesund, stecken vielleicht Stress oder Angst dahinter. Nach dem Tierarztbesuch kann Ihnen dann womöglich ein Katzenpsychologe weiterhelfen.

Katze bei unerwünschtem Verhalten ignorieren

Ist Ihre Katze kerngesund und sind ihre Bedürfnisse soweit erfüllt, kann es sich bei "schlechtem Benehmen" auch um erlerntes Verhalten handeln. Katzen geben sich zwar gern etwas reserviert ihren Menschen gegenüber, haben gern Entscheidungsfreiheit und ihren eigenen Willen, aber Aufmerksamkeit ist für sie auch etwas Schönes. Stellen sie fest, dass ein bestimmtes Verhalten eine Reaktion Ihrerseits auslöst, versuchen sie damit bei Bedarf, Ihre Beachtung zu erlangen. Dann spielen sie zum Beispiel nachts den Wecker, springen auf Arbeitsflächen und Schreibtische, werfen Sachen auf den Boden oder miauen in einer Tour.

In diesem Fall ist es kontraproduktiv, mit ihr zu schimpfen, da sie dann ja ihr Ziel (Aufmerksamkeit) erreicht hat. Am besten "strafen" Sie sie mit Nichtbeachtung, zum Beispiel, indem Sie wortlos den Raum wieder verlassen oder sie ohne Kommentar von der Küchenzeile zurück auf den Boden setzen. Seien Sie auch hier unbedingt konsequent, dann lernt Ihre freche Miez allmählich, dass sie nichts davon hat, Sie zu stören, und lässt es. Achtung! Zeigt Ihre Katze das auffällige Verhalten erst seit Kurzem oder wirkt anderweitig verändert, gehen Sie lieber mit ihr zum Tierarzt

Zwei Katzen zusammmen führen

So führen Sie Ihre Erwachsene Katze und Ihr neues Kätzchen erfolgreich zusammen

"Begrüße Dein neues Geschwisterchen!"

Kommt ein neues Kätzchen ins Haus, bricht eine ganz besonders schöne und aufregende Zeit für die gesamte Familie an. Ihre bisherige Katze könnte das allerdings anders sehen...

Unabhängig davon wie gutmütig Ihre Katze auch sein mag - sie ist und bleibt eine Katze, die instinktiv territoriales Verhalten zeigt und sich ihrer Position innerhalb einer strikten sozialen Rangordnung bewusst ist. Auch ein niedliches Fellknäuel, das als Neuling in die gewohnte Umgebung kommt, kann daher möglicherweise negative Reaktionen hervorrufen. Eifersucht, da die "Neue" plötzlich die gesamte Aufmerksamkeit erhält. Unbehagen, da Katzen bekanntermaßen sehr eigen sind, was die Sauberkeit ihrer eigenen Katzentoilette angeht. Aggression und Launenhaftigkeit, weil ein nerviges junges Kätzchen ihr die ganze Zeit vor der Nase herumspringt.

Mit ein wenig Vorausplanung, guter Psychologie und Rücksicht können Sie die Zusammenführung der beiden Katzen jedoch relativ stressfrei gestalten. Im Idealfall schaffen Sie dabei eine solide Basis für eine lebenslange Freundschaft und Kameradschaft, die eine "Zwei-Katzen-Familie" so wunderbar macht.

1. Schritt: Vorbereitungen im neuen Zuhause

Schon bevor das neue Kätzchen ins Haus kommt, können Sie erste wichtige Schritte vornehmen. Nehmen Sie, wenn möglich, ein neues Spielzeug oder eine Decke mit zum Züchter oder in die Tierhandlung und reiben Sie diesen Gegenstand am Fell Ihres neuen Kätzchens, um dessen Geruch aufzunehmen. Lassen Sie es dann später zu Hause herumliegen, so dass Ihre erwachsene Katze sich damit vertraut machen kann. Wenn die beiden Katzen das erste Mal aufeinander treffen, wird sie den Geruch als etwas erkennen, das keine Gefahr darstellt.

Bereiten Sie für das neue Kätzchen einen separaten Raum vor - vielleicht ein nicht genutztes Zimmer oder die Waschküche. Hier kann es die ersten paar Tage in Ruhe verbringen. Statten Sie das "Kätzchen-Zimmer" mit eigenen Trink- und Fressnäpfen, Spielzeugen und einem Katzenbett aus. Und keine Sorge: Die räumliche Trennung ist nur als kurzfristige Maßnahme gedacht.

2. Schritt: Geben Sie ihnen die Möglichkeit, den Geruch der anderen kennen zu lernen

Am Tag der Ankunft sollten Sie Ihre beiden Katzen noch voneinander fern halten. Auch für Ihre Erwachsene Katze sollten Sie vorübergehend einen eigenen Raum finden und diesen mit ihren Lieblingsgegenständen ausstatten. Bringen Sie das neue Kätzchen nun ins Haus, zeigen Sie ihm kurz seine neue Umgebung, so dass es sich langsam daran gewöhnen kann, und bringen Sie es dann in sein eigenes Zimmer.

Erst jetzt sollten Sie Ihre Erwachsene Katze aus ihrem Zimmer lassen, ohne dass sie dabei auf das neue Kätzchen trifft. Lassen Sie sie nun an Ihren Händen schnuppern, wo sie den Geruch des Kätzchens entdecken wird. Einige Leckerlis werden Ihre Katze beruhigen - und gleichzeitig wird sie eine Verbindung zwischen dem neuen Geruch und etwas Positivem herzustellen.

Während der ersten paar Tage sollten Sie den neuen Geruch schrittweise im Haus einführen. Zum Beispiel indem Sie die Futternäpfe und die Katzenbetten untereinander austauschen. Sobald sich beide Katzen an den Geruch der anderen gewöhnt haben, erlauben Sie ihnen jeweils einzeln, das Territorium der anderen zu erkunden. Dabei sollten Sie die beiden jedoch weiterhin voneinander getrennt halten.

3. Schritt: Erlauben Sie ein erstes Aufeinandertreffen

Der beste Zeitpunkt, die beiden Katzen einander vorzustellen, ist die Fütterungszeit. Dann ist das Verlangen nach Futter übermächtig und Ablenkungen werden zur Nebensache. Beim ersten Aufeinandertreffen kann es dennoch gut sein, dass sie knurren und fauchen. Das ist ein ganz normales Verhalten - schließlich gilt es für beide, den jeweiligen Platz innerhalb der neuen Rangordnung durchzusetzen. Unser Tipp: Halten Sie eine Decke bereit, um die Katzen voneinander zu trennen - nur für den Fall, dass ein heftiger Kampf entstehen sollte. Ihre umsichtige Vorbereitung wird jedoch mit dafür gesorgt haben, dass sich die Katzen in dieser Phase bereits "erkennen". Ein erstes Miteinander für ein paar Minuten während der Fütterung sollte also kein Problem sein.

4. Schritt: Bauen Sie auf Ihrem Erfolg auf - und behandeln Sie beide Katzen gleich

Gleich nach dieser ersten gemeinsamen Fütterung sollten Sie beide Katzen wieder trennen und bis zur nächsten Mahlzeit voneinander fern halten. Ab sofort können Sie die Zeitspannen, die beide miteinander verbringen, schrittweise verlängern. Besonders wichtig: Verteilen Sie während der gemeinsam verbrachten Zeit Leckerlis, Zuneigung und Aufmerksamkeit gleichmäßig unter beiden Katzen. So erzeugen Sie nicht nur positive Assoziationen, sondern zeigen auch, dass Sie keine der beiden Katzen bevorzugen.

Denken Sie daran: Als "Leittier" liegt es nicht in Ihrer Verantwortung, sich zwischen den beiden zu entscheiden oder abzuwägen, welche der Katzen als Ranghöchste behandelt werden sollte. Das werden die beiden ganz natürlich unter sich selbst ausmachen. Sie sollten sich einfach nur in jeder Hinsicht und Situation unparteiisch und fair verhalten.

Wir alle lieben niedliche Kätzchen. Und zur Freude über eine zweite Katze gehört natürlich auch, dass man ganz viel Wirbel um das neue "Baby" der Familie macht. Indem Sie jedoch die Zusammenführung der beiden Katzen ruhig und langsam vollziehen, legen Sie die Basis für eine respektvolle Partnerschaft zwischen der älteren und der jüngeren Katze. Und indem Sie Ihre Zuneigung gleichmäßig auf beide verteilen, werden Sie im Gegenzug noch mehr Zuneigung von beiden Katzen erfahren