Schonkost 2


Ernährung der Katze

Natürliche Katzennahrung

Die Katze ist ein Fleischfresser. Nährstoffe aus Pflanzen kann sie nur verdauen, wenn sie

hoch aufgeschlossen sind und auch dann nur in geringem Maße. Die natürliche Nahrung

der Katze besteht aus kleinen Säugetiere und Vögeln. Diese Beutetiere liefern nicht nur

Muskelfleisch und Innereien, sondern auch Knochen und damit Mineralstoffe,

halbverdaute Pflanzenteile (im Mageninhalt der Beutetiere) sowie Ballaststoffe in Form

von Fell oder Federn. Die ideale Katzenration sollte daher in der Zusammensetzung der

natürlichen Nahrung weitgehend entsprechen. Leider ist das bei ausschließlicher

Fütterung mit industriell hergestelltem Fertigfutter nicht gewährleistet. Eine Vielzahl von

Krankheiten ist ernährungsbedingt oder wird durch falsche Ernährung ausgelöst. Bieten

Sie Ihrem Kätzchen von Anfang an eine abwechslungsreiche und hochwertige

Ernährung. Einseitige Fütterung und mindere Futterqualität ist Sparsamkeit am falschen

Ende, die Sie im Laufe des Lebens nicht selten durch hohe Tierarztrechnungen teuer

bezahlen müssen.

Rohes oder gekochtes Fleisch?

Katzen braten oder kochen ihre Beutetiere nicht, bevor sie sie verspeisen. Es ist daher nur

zu empfehlen, ihr die tägliche Fleischration roh anzubieten. Im rohen Fleisch sind

Nährstoffe und Vitamine in unveränderter und für den

Katzenorganismus gut verwertbarer Form enthalten. Sie können fast alle Fleischarten roh

anbieten mit Ausnahme von Schweine- und Geflügelfleisch. Durch rohes

Schweinefleisch können sich Katzen mit dem gefährlichen Aujeszky-Virus und durch

Geflügelfleisch mit Salmonellen infizieren (siehe auch KATE BEIM TIERARZT:

Aujeszkysche Krankheit"). Gerne gegessen wird Rind- oder Lammfleisch.

Bandwürmer bekommen unsere Katzen nicht durch roh verfüttertes Fleisch unserer

Schlachttiere - so wie oft befürchtet - sondern hauptsächlich durch den Verzehr von

Mäusen. Mäuse sind Zwischenwirte des typischen Katzenbandwurms. Durch die

tierärztliche Fleischbeschau in Deutschland wird weitgehend verhindert, dass

finnenhaltiges Fleisch von Schlachttieren in den Verkehr gebracht wird. (Finnen nennt

man die eingekapselten Übergangsformen des Bandwurms in der Muskulatur des

Zwischenwirtes Maus; siehe auch KATZE BEIM TIERARZT: "Würmer").

Wenn Sie jedoch ganz sicher sein wollen, frieren Sie das Fleisch vor dem Verfüttern bei

mindestens 15°C etwa 24 Stunden ein. Eventuell vorhandene Bandwurmfinnen werden

dadurch sicher abgetötet.

Katzen haben einen relativ kurzen Darm. Sie können daher nur gut verdauliche

Fleischsorten ausreichend verwerten. In der Natur spielen aus diesem Grund die

Samtpfoten mit ihren Beutetieren, was uns Menschen oft unerträglich grausam erscheint.

Im Organismus der gefangenen Mäuse oder Vögel werden dabei Stresshormone

freigesetzt, die zum einen die Beutetiere für Schmerzen unempfindlicher und zum

anderen ihr Fleisch weicher und für die Katze verdaulicher machen. Verfüttern Sie daher

nur "gutes" Muskelfleisch. Mit Flechsen

durchsetzte Fleischteile, wie z.B. bei Gulasch oder Suppenfleisch können Katzen kaum

verwerten. Oft lassen sie solches Fleisch einfach stehen oder erbrechen es nach kurzer

Zeit.

Bieten Sie das Fleisch in großen Stücken an, damit die Katze wie eine Maus zerkleinern

muss. Das ist die beste Vorbeugung gegen Zahnstein und Zahnfleischentzündung.

Roher oder gekochter Fisch?

Fisch wird von vielen Katzen besonders geliebt. Er besteht aus hochwertigem, von der

Katze besonders gut verdaulichem Eiweiß und kann 2-3 x pro Woche verfüttert werden.

Allerdings ist im rohen Fisch (auch in rohen Schalentieren wie z.B. Muscheln) ein

Enzym enthalten, das der Katze das lebensnotwendige Vitamin B1 "raubt". Verfüttern

Sie daher Fisch nur gekocht, gedünstet oder gebraten. Bitte beachten Sie: Katzen mit

einer Schilddrüsenerkrankung sollten wegen der darin enthaltenen relativ hohen

Jodmenge keine Meeresfische essen. Hier können Sie auf Süßwasserfische, wie z.B.

Forellen ausweichen.

Darf eine Katze Milch trinken?

Ein Kätzchen, das von Jugend auf Milch zu trinken bekommt, wird sie auch als

erwachsene Katze gerne trinken und meist gut vertragen. Milch enthält hochwertiges

Eiweiß, Vitamine und Kalzium. Sie bietet sich daher als vorzügliche Ergänzung zur

Fleischernährung an. Besonders kleine Kätzchen benötigen während der

Wachstumsphase vermehrt Kalzium. In der Natur wird dieser Mineralstoffbedarf durch

die Knochen der Beutetiere gedeckt. Hier kann man bei unseren Hauskatzen durch

Milchprodukte die Bilanz ausgleichen.

Einige Katzen (es ist etwa eine von zehn) reagieren auf Milch mit Durchfall. Nicht das

Fett in der Milch ist daran schuld, sondern der Milchzucker, der darin enthalten ist.

Milchzucker wird normalerweise im Darm durch ein Enzym abgebaut. Fehlt dieses

Enzym im Darm der Katze, so entsteht Durchfall. In diesem Fall müssen Sie leider auf

die Verfütterung von Milch verzichten. Als Alternative hat sich Joghurt bewährt. Joghurt

ist durch Joghurtbakterien vergorene Milch und enthält wenig bis gar keinen

Milchzucker oder L-Milch Laktosefreie Milch. Verwenden können Sie Naturjoghurt, den Sie, je nach Geschmack Ihrer

Katze auch einmal mit Leberwurst oder Thunfisch verfeinern können.

Kondensmilch wird von vielen Katzen gerne getrunken. Durch Verarbeitung und

Konservierung enthält sie jedoch so gut wie keine Vitamine, dagegen relativ viel

Phosphat. Dadurch eignet sie sich nicht als Mineralstoffergänzung.

Übrigens Milch ist ein Nahrungsmittel und kein Getränk. Auch wenn Ihre Katze

regelmäßig Milch trinkt, sollte dennoch immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Frischfutter, Dosen- oder Trockenfutter?

Hauptsächlich frische Nahrung verfüttern,

müssen Sie die Futterration selbst zusammenstellen. Sie muss abwechslungsreich sein

und alle notwendigen Nährstoffe und Vitamine in ausreichender Menge enthalten. Das ist

gar nicht so schwer und sollte Ihnen Ihre Katze wert sein. Sie wird es Ihnen durch

Gesundheit und

Widerstandsfähigkeit gegen Infektionskrankheiten danken. Füttern Sie Ihren Samtpfoten

nicht nur die Lieblingsspeise, denn Katzen neigen dazu, sich schnell auf ein einziges

Nahrungsmittel "einzuessen". Sie verweigern dann alles andere und werden durch die

Einseitigkeit nicht selten krank.

Dosenfutter ist ganz praktisch, wenn Sie z.B. mit der Katze in Urlaub fahren. Achten Sie

beim Kauf einer Dosennahrung darauf, dass sie fast ausschließlich Fleisch oder Fisch

enthält. Sonstige Beigaben wie Reis, Käse u.a. sollten auf der Dose genau angegeben sein

und nicht mehr als max. 10% der Gesamtmenge ausmachen. Kaufen Sie nur Dosenfutter

ohne Geschmacksverstärker, Konservierungs-, Geschmacks- oder Farbstoffe. Die Freiheit

von solchen Zusatzstoffen sollte auf der Dose vermerkt sein. Gutes Dosenfutter erhalten

Sie im Zoofachhandel. Kaufen Sie niemals konventionelles Dosenfutter mit der

Deklarierung "pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse", wie sie in Supermarkten

angeboten werden! (siehe auch: "Kohlenhydratbedarf und wie er gedeckt wird).

Als Dauerernährung ist jedoch auch qualitativ hochwertiges Dosenfutter nicht zu

empfehlen. Es ist sterilisierte, denaturierte Nahrung. Sich ständig von Konserven

ernähren, kann nicht gesund sein! Durch die weiche Konsistenz der Dosennahrung

werden die Katzenzähne, die ja für die Erbeutung und Zerkleinerung von Mäusen und

Vögeln dienen sollen, nicht genügend beansprucht. Die Zahnbeläge werden nicht

abgerieben und auf die Dauer entsteht der gefürchtete Zahnstein.

Trockenfutter ist als Hauptnahrung für Katzen grundsätzlich abzulehnen. Da dem Futter

in dieser Form die Feuchtigkeit

bis auf 10% entzogen wurde, muss die Katze für jedes Gramm Trockenfutter, das sie isst,

mindestens das 3 - bis 4fache an Wasser zu sich nehmen. Auch wenn immer frisches

Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht, nehmen viele Katzen nicht

genügend Flüssigkeit auf, um diesen großen Bedarf zu decken. Mangelnde

Flüssigkeitszufuhr führt zu stark konzentriertem Urin. Das ist, wie man inzwischen weiß,

die Hauptursache für die Entstehung von Harngries und Harnsteinen bei Katzen. Rufen

wir uns ins Gedächtnis zurück: die natürliche Nahrung der Katze sind Beutetiere. Mäuse

und Vögel bestehen zu 70-80% aus Wasser. Wie kann man angesichts dieser Tatsache

Trockenfutter als Hauptnahrung empfehlen?

Die meisten Katzen sind, wenn sie es einmal probiert haben, geradezu süchtig auf

Trockenfutter. Es enthält Geschmacksverstärker sowie Duft- und Lockstoffe. Besonders

Geschmacksverstärker führen zu einem gestörten Sättigungsgefühl. Katzen, die

Trockenfutter erhalten, essen mehr, als sie benötigen und sind nicht selten

übergewichtig. Und nicht zuletzt: Trockenfutter, angeblich aus hochwertigen

Inhaltsstoffen bestehend, liegt tage- bis wochenlang ungekühlt erst im Supermarkt, dann

im Schrank, bis es aufgebraucht ist. Es muss konserviert sein, um nicht zu verderben.

Konservierungsstoffe belasten den Körper Ihrer Katzen! In den letzten Jahren werden

zunehmend Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Futtermittelallergien bei Katzen

diagnostiziert. In Fachkreisen wird ein Zusammenhang dieser Krankheiten und der

Ernährung mit industriell gefertigtem Tierfutter vermutet. Das sollte für jeden Tierfreund

ein Grund zum nachdenken

und handeln sein.

Eiweißbedarf und wie er gedeckt wird

Die Katze benötigt viel und hochwertiges Eiweiß. Sie kann im Gegensatz zum Menschen

und zum Hund eine zeitweise Verringerung des Eiweißangebotes unter ihren Bedarf nicht

kompensieren. Mangelerscheinungen treten bei ihr daher viel schneller und ausgeprägter

zutage. Im Durchschnitt sollte die Tagesration 4-5 g Eiweiß pro kg Körpergewicht

enthalten. Eine 4 kg schwere Katze muss zur Deckung ihres Bedarfs am Tag also

mindestens 16-20 g Eiweiß aufnehmen. In die Praxis umgesetzt bedeutet das, dass ein

gefüllter Futternapf mindestens 90 % Fleisch und maximal 10% Zusätze wie Reis,

Cornflakes oder ähnliches enthalten sollte.

Nicht nur die Menge, sondern auch die Zusammensetzung des Eiweißes ist entscheidend

für eine optimale Versorgung. Eiweiß setzt sich aus verschiedenen Bausteinen, den

Aminosäuren, zusammen. Die Katze benötigt zehn essentielle (lebensnotwendige)

Aminosäuren. Zartes Muskelfleisch vom Rind, Lamm, Schwein oder Pferd, Fisch,

Geflügelfleisch und Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark, Frischkäse) sind hochwertige

Eiweißträger. Sie enthalten das gesamte für die Katze notwendige Aminosäurenspektrum.

Den Eiweißen in Bindegewebe und Pflanzen fehlen einige der erforderlichen Bausteine

und sind daher für die Ernährung der Katze wenig geeignet.

Fettbedarf und wie er gedeckt wird

Katzen können fette Nahrung gut vertragen. Bis zu 30g Fett pro Tag werden ohne

irgendwelche Verdauungsstörungen

toleriert. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, wenn einmal ein Stück Butter

oder der Inhalt einer Sahneschüssel vom Tisch verschwunden ist und Ihre Katze sich

zufrieden das Schnäuzchen leckt. Nur in seltenen Fällen tritt dann Durchfall auf. Schuld

daran ist jedoch nicht das Fett, sondern der in der Sahne enthaltene Milchzucker. Manche

Katzen vertragen ihn nicht (siehe auch: "Darf eine Katze Milch trinken?"). Ist die Katze

zu dick, muss natürlich der Fettgehalt der Nahrung reduziert werden.

Füttern Sie grundsätzlich keine Seetieröle (z.B. Lebertran). Diese Fette werden aufgrund

ihres hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren schnell ranzig und können bei den

empfindlichen Katzen Lebererkrankungen verursachen. Zudem enthalten sie zuviel

Vitamin A, das bei Überdosierung über längere Zeit bei Katzen zu Vergiftungen führt

(siehe auch VERGIFTUNGEN: "Vitamin A-Vergiftung").

Die Zufuhr von Arachidonsäure, einer ungesättigten Fettsäure, ist für die Katze

lebensnotwendig. Besonders reich an diesem Fettbaustein ist Geflügelfett, das Herz und

die Leber vom Schwein und Lamm. Denken Sie jedoch daran, dass Schweinefleisch nur

gekocht oder gebraten verfüttert werden darf (siehe auch KATZE BEIM TIERARRZT:

"Aujeszkysche Krankheit").

Kohlenhydratbedarf und wie er gedeckt wird

Nach Ansicht von Ernährungswissenschaftlern scheinen Kohlenhydrate für Katzen nicht

lebensnotwendig zu sein. Leicht verdauliche Kohlenhydrate können aber durchaus von

ihnen verwertet werden. Sie erinnern sich an die natürliche

Katzennahrung: Der Mageninhalt der Beutetiere besteht aus halbverdauten Pflanzenteilen

(Kohlenhydraten) und wird von der Katze mitgegessen. Aus diesem Grunde sollte ein nur

kleiner Teil (max. 10%) der täglichen Nahrung unserer Hauskatzen aus Kohlenhydraten

bestehen. Besonders geeignet sind gekochter Reis, gekochte Kartoffeln und ungesüßte

Cornflakes (aus dem Reformhaus). Vollkornprodukte oder Haferflocken sind nicht

genügend aufgeschlossen und werden zum großen Teil unverdaut wieder ausgeschieden.

Manche Katzen reagieren darauf mit Durchfall.

Übrigens: Eine Maus besteht aus ca. 8% Kohlenhydrate. Konventionelles Fertigfutter für

Katzen enthält dagegen manchmal bis zu 40% Kohlenhydraten. Der Organismus einer

Katze, auf Fleisch spezialisiert, ist nicht in der Lage, eine solch große Menge an

Kohlenhydraten schnell zu verarbeiten. Die Kohlenhydrate verweilen daher als Zucker

relativ lange im Blut und verursachen Schäden an Gefäßen und den Nieren. Auch

Diabetes (Zuckerkrankheit), eine inzwischen gar nicht mehr so seltene Erkrankung bei

Katzen, kann so ausgelöst werden.

Vitamine und worin sie enthalten sind

Vitamine sind Nährstoffe, die der Körper unbedingt braucht - wenn auch im Vergleich zu

Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in wesentlich kleineren Mengen. Sie erfüllen im

Organismus vielfältige Aufgaben. Als Bestandteile von Enzymen und Hormonen

unterstützen sie unter anderem den Stoffwechsel, den Sehvorgang und die körpereigene

Abwehr gegen Krankheitserreger. Ein Zuwenig dieser lebensnotwendigen

Nährstoffe führt zu Mangelerscheinungen bis hin zum Tod. Ein Zuviel bestimmter

Vitamine kann dagegen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Einseitige Fütterung und

übermäßige Verabreichung von Vitaminen in Tabletten-, Tropfen- oder Pastenform

sollten Sie daher vermeiden.

Wenn Sie eine gesunde Katze artgerecht, d.h. abwechslungsreich und ihren Bedürfnissen

entsprechend ernähren, ist eine optimale Vitaminversorgung gewährleistet. Lediglich bei

geschwächten, kranken oder alten Tieren kann zur Steigerung der Abwehr und

Beschleunigung des Genesungsprozesses die Zufuhr künstlicher Vitamine erforderlich

werden.

Vitamin A

Der Organismus des Menschen und der der meisten anderen Säugetiere ist in der Lage,

die in Pflanzen vorkommende Vorstufe des Vitamin A, das Beta-Carotin in Vitamin A

umzuwandeln. Die Katze kann das nicht. Es ist daher unsinnig, diese Tiere mit Karotten

oder sonstigen Gemüsearten "vollstopfen" zu wollen. Abgesehen davon, dass Katzen bis

auf wenige Ausnahmen Pflanzennahrung nicht mögen, können sie das darin enthaltene

Provitamin A nicht verwerten. Sie sind auf die Zufuhr von Vitamin A durch tierische

Lebensmittel angewiesen. Katzen benötigen pro Tag zwischen 1500 und 2100 IE

(Internationale Einheiten) Vitamin A. Dieser Bedarf wird gedeckt, wenn Sie ihr pro

Woche 100 bis 150g Leber, eventuell au zwei Mahlzeiten verteilt, geben. Rohe Leber hat

einen 30%ig höheren Vitamin A-Gehalt als gekochte oder gebratene Leber. Manche

Katzen reagieren jedoch auf rohe Leber mit Durchfall. Wenn Ihre

Katze es jedoch verträgt, sollten Sie ihr die wöchentliche Leberration roh servieren (keine

rohe Schweineleber!). Denken Sie daran, dass auch die Leber der erbeuteten Maus roh

verzehrt wird.

Eine Überdosierung von Vitamin A führt bei der Katze zu Vergiftungserscheinungen. Au

diesem Grunde darf die Menge von 100 bis 150 g pro Woche auf Dauer nicht

überschritten werden. Eine chronische Vitamin-A-Überdosierung führt zu

Verknöcherungen der Halswirbelsäule mit Einengung des Wirbelkanals. Die Folgen sind

Lähmungen der Vordergliedmaße und Bewegungsstörungen von Hals und Kopf.

Natürlich entwickeln sich solche Erscheinungen nicht von heute auf morgen. Erst eine

jahrelange falsche Ernährung mit chronischer Vitamin-A-Überdosierung führt zu den

beschriebenen Veränderungen der Wirbelsäule. Sie sind jedoch, einmal entstanden, nicht

mehr rückgängig zu machen (siehe auch VERGIFTUNGEN: Vitamin-A-Vergiftung").

Vitamin B1 (Thiamin)

Rohe Fische und rohe Schalentiere wie z.B. Muscheln enthalten ein Enzym, welches das

Vitamin B1 zerstört. Ausschließlicher Rohfisch-Fütterung können zu

Mangelerscheinungen wie Appetitlosigkeit und chronische Gewichtsabnahme führen. Bei

abwechslungsreicher Ernährung tritt eine Vitamin B1 Unterversorgung jedoch in der

Regel nicht auf. Zur Sicherheit sollten Sie Ihren Katzen Fisch und Muscheln nur gekocht

oder gebraten verfüttern.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Lediglich Primaten (Mensch, Affe) und Meerschweinchen sind auf die regelmäßige

Zufuhr dieses Vitamins durch die Nahrung angewiesen. Bei allen anderen Säugetieren -

auch bei der Katze - wird es vom Körper selbst erzeugt. Bei Infektionen und chronischen

Erkrankungen hat es sich bewährt dem Futter ein- bis zweimal in der Woche eine

Messerspitze Ascorbinsäure-Pulver (Vitamin C-Pulver) zuzusetzen. Die körpereigene

Abwehr wird dadurch gesteigert; die Katzen genesen schneller. Allerdings sollten Sie

Vitamin C nicht täglich und nicht über einen längeren Zeitraum verabreichen. Es besteht

die Gefahr, dass durch die permanente Übersäuerung des Urins Harnsteine

(Calciumoxalatsteine) entstehen. Nach etwa vier Wochen Vitamin C-Kur sollten Sie etwa

einen Monat pausieren, bevor Sie der Katze erneut Ascorbinsäure unter das Futter

mischen.

Vitamin D

Unter normalen Haltungs- und Fütterungsbedingungen ist die Versorgung mit Vitamin D

gesichert. Der Bedarf der Katze liegt bei 50 bis 100 IE pro Tag. Überdosierungen des

Vitamins bis hin zu Vergiftungen können durch Vitaminpräparate entstehen. Geben Sie

daher, wenn überhaupt, Vitaminpräparate nur in der auf der Packung angegebenen

Dosierung. Auf keinen Fall dürfen, wie das leider immer wieder geschieht,

Vitaminpasten als Nahrungsersatz bei appetitlosen Katzen eingesetzt werden!

Vitamin H (Biotin)

Der Bedarf der Katze an Vitamin H liegt bei 0,1 mg pro Tag. Biotin wird auch als

Hautvitamin bezeichnet. Ein Mangel dieses Vitamins hat Auswirkungen auf Haut und

Fell. Er zeigt sich durch Haarausfall und besondere Anfälligkeit für Hauterkrankungen.

Biotinmangel ist nur zu erwarten, wenn rohes Eiweiß in großer Menge verfüttert wird. Im

rohen Eiweiß ist ein Protein enthalten, das Biotin im Darm bindet. Dadurch wird es mit

dem Kot ausgeschieden, ohne dass es der Körper verwerten kann. Allerdings wird eine

Katze in der Regel niemals rohes Eiweiß in großen Mengen über längere Zeit essen.

Vitamin H- Mangel kann unter Umständen auch bei chronischem Durchfall oder Befall

mit Darmparasiten (z.B. Würmer, Giardien) entstehen. In diesem Fall muss man die

Grundkrankheit behandeln. Um einen Mangel wieder auszugleichen und die Haut- und

Fellregeneration zu unterstützen, kann man Vitamin H dem Futter für einige Zeit

zumischen. Geeignete Präparate erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.

Taurin

Während erwachsene Menschen und auch der Hund in der Lage sind, Taurin in ihrem

Körper selbst herzustellen, ist es für die Katze ein lebensnotwendiger Eiweißstoff, der

durch die Nahrung zugeführt werden muss. Taurin ist in Fleisch, Fisch und

Milchprodukten in ausreichender Menge enthalten. Eine artgerecht ernährte Katze wird

daher niemals unter Taurinmangel leiden. Bei gesunden Katzen ist eine zusätzliche Gabe

in Form von Tabletten oder Pasten nicht erforderlich. Lediglich Katzen, die vegetarisch

ernährt

werden - was eine schwerer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt - können

aufgrund des Zuwenig an Taurin erblinden. Therapeutisch wird Taurin bei

Herzerkrankungen zur Stärkung der Herzmuskulatur eingesetzt.

Kalzium und Phosphor

Diese beiden Mineralstoffe werden meist zusammen abgebaut, weil ihr Vorliegen im

richtigen Verhältnis zueinander für den gesunden Knochenbau eine große Rolle spielt.

Das optimale Verhältnis von Kalzium zu Phosphor in der Nahrung ist 1:1. Bei jungen,

noch wachsenden Tieren liegt es bei 1,5:1. Das bedeutet, dass bei erwachsenen Tieren

genauso viel Kalzium wie Phosphor, bei heranwachsenden Tieren etwa die Hälfte mehr

Kalzium in der Nahrung enthalten sein sollte.

Im Fleisch ist relativ viel Phosphor und nur wenig Kalzium enthalten. Knochen haben

dagegen einen hohen Kalzium- und geringeren Phosphorgehalt. Wenn die Katze eine

Maus oder einen Vogel samt Knochen verspeist, nimmt sie die Mineralstoffe im richtigen

Verhältnis zueinander auf. Isst eine Katze überwiegend Fleisch ohne Knochen entsteht

auf Dauer Kalziummangel und Phosphorüberschuss. Abbau von Knochengewebe mit

Neigung zu Brüchen und Wirbelsäulenverkrümmungen sind die Folgen. Siamkatzen

haben zudem eine geringe Kalziumausnutzung als ihre Katzen anderer Rassen und sind

daher für Kalziummangelerscheinungen besonders anfällig. Füttern Sie daher zu Fleisch

Nahrungsmittel mit hohem Kalziumanteil, wie z.B. Milchprodukte oder Knochen. Ein

Schälchen Milch, Joghurt, Frischkäse oder Quark pro Tag decken den Kalziumbedarf

einer erwachsenen Katze. Der natürlichen Nahrung entsprechend eignen sich Knochen

als Zugabe zu der täglichen Fleischration ganz besonders. Hühnerhälse (nie roh wegen

der Gefahr eine Salmonelleninfektion verfüttern!) oder Kalbsknochen mit viel Knorpel

sind ausgezeichnete Kalziumspender. Zudem sind sie dadurch, dass die Katze sie

zerkleinern muss, eine ausgezeichnete Vorbeugemaßnahme gegen Zahnstein. Wer es

mag, kann seiner Katze auch Eintagsküken verfüttern. Sie bestehen aus Fleisch,

Innereien, Knochen und Ballaststoffe (Federn) und kommen der natürlichen Nahrung der

Katze am nächsten. Eintagsküken erhalten Sie tiefgefroren im Zoofachhandel.

Ältere Katzen, die Knochen und Milchprodukte ablehnen müssen sie durch Zugabe von

Kalziumpräparaten ausreichend mit dem notwenigen Mineralstoff versorgen. Geeignete

Präparate erhalten Sie beim Tierarzt.

Regeln zur optimalen Fütterung

1. Katzen entwickeln sich leicht zu Nahrungsspezialisten. Sie essen sich auf einen

bestimmten Futtertyp ein und lehnen dann oft jede andere als die gewohnte Nahrung ab.

Die Folgen dieser einseitigen Ernährung sind zum Teil schwerwiegende

Mangelerscheinungen. Gewöhnen Sie deshalb Ihr Kätzchen frühzeitig an

abwechslungsreiche Nahrung. Jeden Tag etwas anderes füttern und die Katze wird bis ins

hohe Alter, jedenfalls in Bezug auf das Essen flexibel bleiben.

2. Füttern Sie niemals rohes Schweinefleisch. Es besteht die

Gefahr einer Infektion mit dem Aujeszky-Virus. Schweinefleisch muss immer gut

durchgekocht oder gebraten sein.

3. Füttern Sie niemals rohes Geflügelfleisch. Es besteht die Gefahr einer

Salmonelleninfektion. Geflügelfleisch daher immer kochen oder braten.

4. Füttern Sie keinen rohen Fisch oder rohe Schalentiere (z.B. Muscheln in großen

Mengen. Das darin enthaltene Enzym raubt der Katze das Vitamin B1. Kochen oder

Braten zerstört das Enzym.

5. Füttern Sie kein rohes Eiweiß in großen Mengen. Rohes Eiweiß enthält ein Protein,

welches das Vitamin H (Biotin) im Darm der Katze bindet und dadurch dessen

Verwertung verhindert.

6. Füttern Sie 100 bis 150g Leber in der Woche. Damit ist der Bedarf der Katze an

Vitamin A gedeckt. Diese Menge sollte jedoch wegen der Gefahr einer chronischen

Vitamin A-Vergiftung vorsichtshalber nicht über einen längeren Zeitraum überschritten

werden.

7. Füttern Sie nur 10% Kohlenhydratträger in der täglichen Nahrung (z.B. Reis,

Cornflakes, Kartoffel). Die Katze ist von ihrer Physiologie ein Fleischfresser!

8. Füttern Sie kein Trockenfutter. Die Katze ist von ist ein "wassersparendes" Tier. Durch

die Verminderung und Konzentration des Urins bei Trockenfutteraufnahme besteht die

Gefahr, dass Harngries entsteht. Zudem macht Trockenfutter dick.

9. Füttern Sie frische Nahrungsmittel und nur in Ausnahmefällen Dosenfutter.

10. Füttern Sie kein Dosenfutter mit "pflanzlichen und

tierischen Nebenerzeugnissen". Qualitativ hochwertiges Dosenfutter für Katzen sollte

mindestens 80% Fleisch, Eier oder Käse und höchstens 20% Kohlenhydratträger wie Reis

oder Gemüse enthalten. Die Freiheit von Konservierungs- und Farbstoffen sowie

Geschmacksverstärkern sollte ausdrücklich auf der Packung deklariert sein.

11. Füttern Sie zur reinen Fleischernährung zusätzlich Kalzium in Form von

Milchprodukten oder Knochen. Älteren Katzen oder Tiere, die keine Milchprodukte und

Knochen annehmen, sollten Mineralstoffpräparate zusätzlich verabreicht werden.

Wie viel Wasser braucht eine Katze?

Katzen müssen jederzeit frisches Wasser zu ihrer freien Verfügung haben. Das Wasser

muss täglich erneuert werden; in der warmen Jahreszeit zweimal täglich. Waschen Sie

das Wasserschüsselchen dabei gründlich mit heißem Wasser aus. Gerade im Wasser

vermehren sich Bakterien besonders schnell. Eine gesunde Katze trinkt fast überhaupt

kein Wasser. Kätzchen, die Milch zu trinken bekommen, schauen das Wassernäpfchen in

der Regel so gut wie gar nicht an. Dennoch sollte immer ein gefüllter Wassernapf für die

Katze erreichbar sein. Wenn Ihre Katze plötzlich oder schleichend vermehrt Durst zeigt,

bekommt sie entweder die falsche Nahrung (Trockenfutter!) oder sie ist krank.

Vermehrtes Trinken sollte Anlass für einen Tierarztbesuch sein.

Die Katze braucht Gras

Katzenhaare, die beim Putzen in den Magen gelangen, können sich dort zu Ballen

zusammenklumpen und zu

Magenschleimhautentzündungen, im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen.

Freilebende Katzen essen grobfaserige Grasarten, um sie wieder zusammen mit den

Haaren zu erbrechen. Auch Wohnungskatzen benötigen eine solche "Brechhilfe". Der

Zoofachhandel und manche Blumengeschäfte bieten Katzengras frisch oder in

praktischen Behältern zum Selbstziehen an. Die Grünlilie, eine schnellwachsende,

ungiftige Zimmerpflanze wird ebenfalls von vielen Katzen gerne angenommen.

Unterbinden Sie unbedingt das Anknabbern anderer Zimmerpflanzen. Viele sind für

Katzen schädlich, manche sogar giftig.

Im Frühjahr und Herbst zur Fellwechselzeit kann es erforderlich sein, zusätzlich zum

Katzengras einmal täglich Malzpaste zu verabreichen, um die Entfernung der

verschluckten Haare über den Magen-Darm-Trakt zu unterstützen. Solche Malzpasten

erhalten Sie im Zoofachhandel oder beim Tierarzt.

Katzen mit Schonkost füttern: Rezepte

Wer Katzen mit Schonkost füttern möchte, kann diese mithilfe einiger Rezepte leicht zu Hause selber machen. So kann er sichergehen, dass die kranke Katze auch wirklich nur die Nahrungsmittel und Zusatzstoffe erhält, die ihr gut tun.

Magen-Darm-Krankheiten, altersbedingte Fressunlust oder Stress: Wenn dem Stubentiger sein normales Futter nicht mehr schmecken mag, oder er es nicht verträgt, rät der Tierarzt oft zu Schonkost. Die Zutaten für die Rezepte finden Sie in jedem Supermarkt.

Wann braucht eine Katze Schonkost?

Eine Katze kann aus verschiedenen Gründen auf Schonkost angewiesen sein, etwa während einer Krankheit oder zur Genesung nach einer Krankheit oder Operation. Oft ist eine Erkrankung oder Überlastung des Magen-Darm-Traktes ein Grund. Häufige Ursachen für Schonkost sind:

• Erbrechen

• Durchfallerkrankungen

• Bauchschmerzen

• Appetitlosigkeit

• Nach Operationen

• Während oder nach Erkrankungen

• Überlasteter Magen-Darm-Trakt

Schonkost für die Katze: Zutaten und ihre Wirkung

Insbesondere bei Durchfallerkrankungen oder Erbrechen ist eine reizarme Kost die beste Wahl. Geeignete Zutaten sind zum Beispiel:

• Hühnchen und Pute: Leicht verdaulich

• Fettarmer Fisch, zum Beispiel Seelachs

• Äpfel: Im geriebenen Zustand binden die im Apfel enthaltenen Pektine Flüssigkeit

• Karotten: Werden sie lange gekocht und anschließend püriert, dämmen sie Erreger im Darm ein.

Katze hat Durchfall: Welche Schonkost füttern?

Pute und mageres Hühnchen tun Ihrer Katze gut, wenn sie schonendes Futter bekommen soll. Dieses Fleisch ist besonders leicht verdaulich, wenn es gekocht und sorgsam von Knochen und Fett befreit wurde. Wenn die Katze Durchfall hat oder hatte, können auch ein wenig geriebener und geschälter Apfel oder weichgekochte, pürierte Karotten helfen.

Rezepte für Katzenschonkost zum Selbermachen

Die meisten Katzen lieben Hühnchen. Kochen Sie es ohne Gewürze in Wasser, befreien Sie es von Fett, Haut und Knochen und schneiden Sie es in kleine Stückchen, die Sie Ihrem Haustier zimmerwarm servieren. Noch leichter verdaulich ist püriertes Geflügelfleisch. Hat die Katze Durchfall, können Sie etwas geriebenen Apfel oder Möhrenpüree dazugeben und das Ganze mit etwas leicht gesalzener Brühe aus dem Bioladen verrühren. Diese hilft, Ihrer Katze verlorene Mineralstoffe wieder zuzuführen.

Füttern Sie die Schonkost in kleinen Portionen über den Tag verteilt und stets zimmerwarm. Achten Sie darauf, dass keine schwer verdaulichen Zutaten im Futter sind, also nicht zu harte Stücke, nicht zu viel Fett und keine Rohkost mit Ausnahme geriebenen Apfels. Die Schonkost sollte überdies immer stark zerkleinert, am besten püriert sein. Stellen Sie der Katze immer genug Wasser zur Verfügung. Wenn Sie mag, darf Sie auch etwas Brühe trinken. Sprechen Sie sich bei Unsicherheiten immer mit Ihrem Tierarzt ab, der Ihnen, wenn Sie nicht selber kochen möchten, auch fertige Schonkost mitgeben kann.

Achtung! Leidet Ihre Katze an einer chronischen Erkrankung wie einer Organschwäche, braucht sie Spezialfutter vom Tierarzt; Schonkost alleine reicht in diesem Fall nicht aus und ist nur vorübergehend bei akuten Verdauungsbeschwerden sinnvoll.